Welche Studien sind heuer neu? Welche punkten immer? Warum wählt eine Amerikanerin Graz? Die „Krone“ gibt einen Überblick zum Semesterbeginn.
Ab in den Hörsaal heißt es ab 1. Oktober! Für rund 60.000 Studenten in der Steiermark startet ein neues Semester. Etwa die Hälfte von ihnen besucht die größte steirische Hochschule, die Universität Graz. Neben dieser gibt es noch drei weitere Unis in der Landeshauptstadt: Die Technische Uni, die MedUni und die Kunstuni. In Leoben befindet sich noch die Montanuni. Mit der FH Joanneum und der FH Campus 02 gibt es noch zwei Fachhochschulen – und zwei Pädagogische Hochschulen, eine davon privat, in Graz.
An der Uni Graz gehen die Welcome Days noch bis 10. Oktober am Campus, an der TU Graz finden sie am 29. und 30. September statt. Auch andere Institutionen bietet Willkommenstage für Erstsemestrige an.
Dauerbrenner bis Newcomer
Mehrere Studien sind heuer neu. Unter anderem etwa der lang geforderte Bachelor in Elementarpädagogik. An der Uni Graz kann man erstmals das Masterstudium Psychotherapie absolvieren. Auch neu ist der Master für „Musikwissenschaft und Ästhetik audiovisueller Künste“. An der Technischen Uni wiederum beginnt einer neuer Master in „Speech Language and AI Technologies“. Man studiert ein Jahr an der TU Graz und ein Jahr an einer Partneruni – mit einem Doppelabschluss. Das Studium „Bauingenieurwissenschaften-Infrastruktur“ wird nun als englischsprachiges Masterstudium angeboten.
Besonders beliebt sind an der Uni Graz folgende Studien: Jus, BWL, Psychologie, Pädagogik und Anglistik/Amerikanistik. Die zweitgrößte Einrichtung, die TU, erfreut sich im Bachelor am meisten Zulauf in Informatik, Architektur, Biomedical Engineering und Maschinenbau.
Aus dem Ausland in das Grüne Herz Österreichs
Die Steiermark ist auch außerhalb Österreichs beliebt. „Der Anteil der ausländischen Studierenden im vergangenen Wintersemester lag bei 20,8 Prozent“, heißt es auf Nachfrage bei der Uni Graz. Die Top-3-Herkunftsländer sind dabei Deutschland, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. An der TU Graz liegt der Anteil sogar noch höher: Knapp 30 Prozent internationale Studierende werden dort verzeichnet. Neben den gleichen Top-3-Ländern wie an der Uni Graz gehört auch Italien noch mit dazu.
„Graz ist perfekt“
Eine, die extra nach Graz zum Studieren kommt, ist Rhyan Blade. Die 23-Jährige stammt ursprünglich aus der Nähe von Los Angeles, Kalifornien. Sie hat auch bereits in England und Italien studiert. „Österreich gefällt mir bis jetzt am besten“, sagt sie (auf Englisch) im Gespräch mit der „Krone“. Noch kann die US-Bürgerin kein Deutsch, aber sie will es lernen. Die junge Frau ist zwar erst seit knapp zwei Wochen in Graz, aber kommt aus dem Schwärmen kaum heraus. „Die Architektur, die Altstadt, der Campus der Uni Graz, das Schloss Eggenberg, es ist alles so wunderschön!“ Rhyan hat eine Stadt gesucht, die kulturell und landschaftlich vielfältig und gleichzeitig sehr studentenfreundlich ist. „Graz ist perfekt!“
Die Stadt habe sehr viel „Charakter“, wie sie findet. Und da ihr erstes Wochenende gleich mit dem Aufsteirern-Fest zusammenfiel, bekam sie schon einen Einblick in die steirische Kulturlandschaft. Das war „so cool“, meint sie. Eigentlich wollte die 23-Jährige, die „Eco-Linguistics“ studiert und später einmal Umweltpädagogik in Museen machen möchte, ein Semester hier studieren – vielleicht wird es aber auch ein Jahr. „Meine Kurse klingen alle wirklich spannend“, freut sie sich auf den Uni-Start.
Finanziell schwere Zeiten
Bundesweit warnen Unis übrigens seit Monaten vor großen Lücken im Budget. Die Angst vor Kürzungen löste eine riesige Protestwelle aus. Grund ist die Leistungsvereinbarung mit dem Ministerium für die Jahre 2028 bis 2030. Im Oktober soll das Budget fixiert werden, es bleibt spannend. Wir wünschen nun aber erst einmal allen „Studis“ einen erfolgreichen Semesterbeginn!
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