Ein einsatzreiches Wochenende geht für die steirischen Bergretter zu Ende: Gleich 15-mal wurden sie bis Sonntagnachmittag gerufen. Besonders dramatisch war’s am Tressenstein: Dort löste eine Wanderin einen nächtlichen Großeinsatz aus.
Das herrliche Herbstwetter sorgt nach wie vor für Hochbetrieb auf den steirischen Bergen – und dementsprechend haben auch die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. So musste etwa am späten Samstagnachmittag in Turnau die Alpinpolizei ausrücken.
Ein 80-jähriger Obersteirer hatte sich im Bereich Seeleiten auf rund 1600 Meter Seehöhe verstiegen und konnte nicht mehr selbstständig ins Tal. Der Mann wurde vom Polizeihubschrauber gerettet und unverletzt in Sicherheit geflogen.
Gute Tourenplanung, passende Notfallausrüstung und richtiges Notfallmanagement können im Ernstfall entscheidend sein.

Enrico Radaelli
Bild: Diverse Fotografen honorarfrei
46-Jährigen reanimiert
Richtig dramatisch war’s ebenfalls am Samstag in Tragöß: Wie berichtet, brach ein 46-Jähriger beim Weg auf die Sonnschienalm zusammen und musste reanimiert werden – er wurde dann vom Rettungshubschrauber Christophorus 17 ins Spital geflogen.
Brenzlig wurde es auch am Tressenstein (Gemeinde Stainach-Pürgg): Eine 79-Jährige hatte sich Freitagabend beim Abstieg in Richtung Grimminghütte offenbar verirrt – ihr Begleiter konnte sie telefonisch nicht mehr erreichen und setzte deshalb gegen 21.30 Uhr den Notruf ab. Mitglieder der Bergrettung Stainach, darunter auch die Suchhundestaffel, begannen gemeinsam mit der Alpinpolizei umgehend mit der Suche.
Zur Unterstützung wurde auch ein Polizeihubschrauber und eine Feuerwehrdrohne angefordert. „Der Heli konnte die Frau dann auch in extrem steilen, mit Felsen durchsetzten und steinschlaggefährdeten Gelände lokalisieren“, berichtet Bergrettungssprecher Enrico Radaelli.
Schluss war erst in den Morgenstunden
Einsatzkräfte wurden dann zur Österreicherin abgeseilt – sie wurde gesichert und mit warmer Kleidung versorgt. „Eine Rettung vom Boden aus war aber nicht möglich, weshalb der Notarzthubschrauber Christopherus 14 angefordert wurden“, wie Radaelli erklärt. Per Seilwinde wurde die 79-Jährige schließlich geborgen und unverletzt ins Tal und zur Kontrolle ins Spital gebracht.
Für die Retter war der Einsatz damit übrigens noch lange nicht beendet. Sie mussten erst über Latschenfelder und steiles Terrain ins Tal zurück – erst um drei Uhr in der Früh waren sie wieder in der Einsatzzentrale Trautenfels.
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