Reparaturarbeiten

Stärkster Atomreaktor Frankreichs geht vom Netz

Ausland
26.09.2026 23:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein defekter Reaktordeckel zwingt der stärkste Atomreaktor Frankreichs zum Stillstand. Da auch eine größere Routinekontrolle ansteht, wird der jüngste Reaktor am AKW-Standort Flamanville nun ein Jahr lang vom Netz genommen.

Die Atomaufsicht hatte bereits 2017 angeordnet, den Deckel wegen schadhaften Stahls auszutauschen – die Frist wurde mehrmals verschoben. Der bisherige Deckel, der einen Durchmesser von fünf Metern hat, soll zunächst zwei Jahre vor Ort lagern und dann in ein Zentrum für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gebracht werden.

2500 Menschen an Kontrolle beteiligt
Die gesetzlich vorgeschriebene Inspektion muss spätestens 30 Monate nach Befüllen des Reaktors mit Brennelementen stattfinden. Sie umfasst eine Kontrolle des Druckbehälters, des Primärkreislaufs und die Dichte des Hydrauliksystems. Etwa 2500 Menschen sind an der Kontrolle beteiligt.

Der EPR-Reaktor Flamanville 3 war mit zwölf Jahren Verspätung im Dezember 2024 ans Netz gegangen und hatte ein Jahr später erstmals seine volle Kapazität erreicht. Die Kosten waren von ursprünglich 3,3 Milliarden Euro auf etwa 23,7 Milliarden Euro angestiegen. Flamanville ist mit 1600 Megawatt der stärkste Atomreaktor Frankreichs. Im laufenden Jahr produzierte er bisher sieben Terawattstunden Strom und überschritt damit das Jahresziel. Flamanville 1 und 2, die von den Reparaturarbetien nicht betroffen sind, sind mit Megawatt weniger leistungsfähig.

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