Nach der Übernahme der Tiroler Moser Holding („Tiroler Tageszeitung“) durch die Vorarlberger Russmedia („Vorarlberger Nachrichten“) werden die Druckaufträge der Gruppe ab April 2027 ausschließlich in Vorarlberg erledigt. Der Druckstandort der Moser Holding in Innsbruck wird per Ende März 2027 geschlossen – mit schlimmen Folgen für die Belegschaft.
Dem Entschluss seien eingehende Analysen vorausgegangen, heißt es in einer Mitteilung von Russmedia, Geschäftsführer Markus Raith spricht von einer „strategischen Entscheidung“, zumal die Druckbranche seit Jahren an Volumen verliere: „Das aktuelle Druckvolumen reicht nicht aus, um zwei Standorte dauerhaft wirtschaftlich zu betreiben. Deshalb bündeln wir die Produktion künftig in Schwarzach.“ Russmedia hat seinen Sitz in Schwarzach, die Druckerei ist direkt an das Redaktions- und Verwaltungsgebäude angeschlossen. Mit diesem Schritt sichere man Qualität, Produktionssicherheit und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe langfristig, so der Geschäftsführer. Bis zur Schließung laufe die Produktion in Innsbruck in vollem Umfang weiter.
Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft
Die Mitarbeitenden in der Druckerei in Innsbruck wurden am Freitag in Kenntnis gesetzt. Gleichzeitig sind laut Raith Gespräche mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft aufgenommen worden. Für die 63 Betroffenen sollen „gute Voraussetzungen für die berufliche Neuausrichtung geschaffen werden“.
Indes fordert die Tiroler Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) einen umfassenden Sozialplan für die Belegschaft. „Für die betroffenen Beschäftigten ist diese Nachricht eine Katastrophe. Hinter der Schließung stehen 63 Einzelschicksale, Familien und Lebenspläne“, betont Harald Schweighofer, Geschäftsführer der GPA Tirol. „Viele Kolleginnen und Kollegen waren über Jahrzehnte im Betrieb tätig, manche stehen bereits kurz vor der Pension. Jetzt wird ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen.“ Die GPA habe die Übernahme durch Russmedia von Anfang an kritisch gesehen – die angekündigte Schließung bestätige nun anfängliche Bedenken. „Wir fordern die Errichtung einer Arbeitsstiftung, die die Betroffenen bei der beruflichen Neuorientierung bestmöglich unterstützt“, so der Gewerkschafter.
Unter Auflagen genehmigt
Die Bundeswettbewerbsbehörde hatte den Kauf der Moser Holding durch die Russmedia im Juli unter Auflagen genehmigt. Russmedia hat 77 Prozent der Anteile an der Moser Holding übernommen, die Gründerfamilie Moser ist ausgestiegen. Die restlichen 23 Prozent gehören der BTV Vier Länder Bank AG.
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