Mit einem dreisten Polizei-Schwindel brachte eine 25-Jährige mehrere Senioren – unter anderem auch in Tirol und Vorarlberg – um ihr Erspartes. Vor Gericht zeigte die in Deutschland lebende Türkin nun Reue.
Ihre Masche war perfide: Als vermeintliche Polizistin sollte die junge Frau ältere Menschen davon überzeugen, ihr Geld und ihre Wertgegenstände vor drohenden Straftaten „in Sicherheit“ zu bringen.
Nur einmal Opfer gegenübergestanden
Nicht weniger als 250.000 Euro sammelte die in Deutschland lebende Türkin laut eigenen Angaben bei betagten Opfern ein. Besonders hart traf es eine etwa 80-jährige Frau in Reith bei Kitzbühel, der die 25-Jährige im Juli 2025 in drei Zugriffen insgesamt mehr als 215.000 Euro abknöpfen konnte. Nur einmal stand sie dabei der Senioren persönlich gegenüber, ansonsten lagen Geld und Wertsachen vor der Haustür oder im Gebüsch.
So wie auch heuer im Februar in Vorarlberg, wo noch weitere 18.400 Euro hinzukamen. Auffallend: Die beiden Opfer heißen Irmgard.
Geständnis unter Tränen
Im Hintergrund zog ein Unbekannter die Fäden und dieser suchte, wie in solchen Fällen üblich, vermutlich im Internet gezielt nach Personen mit Vornamen, die auf ein gewisses Alter schließen lassen. Über Social Media sei sie von dem Bulgaren kontaktiert worden. Wegen Schulden und finanzieller Probleme habe sie sich darauf eingelassen. Er habe sie telefonisch instruiert, sie habe die Beute eingesammelt und an Mittelsmänner übergeben.
„16.000 Euro habe ich dafür erhalten“, zeigte sich die Angeklagte in Innsbruck vor Gericht reumütig und betonte, nun ein schlechtes Gewissen zu haben. „Die Schuldgefühle begleiten mich das ganze Leben“, meinte sie unter Tränen. Sie habe Angst vor einer Pfändung gehabt. Ihr Anwalt bezeichnete sie als „kleinstes Rad am Wagen“ und hätte lieber den Drahtzieher vor Gericht gesehen.
Rüstiger Innsbrucker ließ Schwindel auffliegen
Auf frischer Tat flog der Betrug schließlich auf. Ein rüstiger Pensionist in Innsbruck schöpfte Verdacht und verständigte die Polizei. Die 25-Jährige wurde nun zu 24 Monaten Haft verurteilt – acht davon unbedingt. Nach sieben Monaten U-Haft wurde sie nach dem Prozess bedingt entlassen.
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