Sanitäter erzählt:

„Der Mann hat Kind und Mutter das Leben gerettet“

Steiermark
25.09.2026 14:01

Ein Passant kam am Donnerstag einer Mutter und ihrem zweijährigen Sohn zu Hilfe, die in einem Grazer Teich zu ertrinken drohten. Ein Rettungsoffizier spricht über den Einsatz im Oeverseepark.

Eine Mutter ist mit ihren zwei kleinen Kindern im Grazer Oeverseepark unterwegs, als plötzlich der ältere Bub (2) in den dortigen Teich stürzt. Die Mutter, die selbst gar nicht schwimmen kann, springt sofort nach. Doch dann gerät auch die Nicht-Schwimmerin in Not, ist mit dem Kopf bereits unter Wasser. Das alles geschieht, wie berichtet, am Donnerstag zu Mittag. Ein Passant hört die Hilferufe, zögert nicht und springt ebenso in den Teich. Er rettet die 31-Jährige und den Zweijährigen.

Zivilcourage hat zwei Leben gerettet
„Der Mann meinte zu mir, das wäre für ihn selbstverständlich gewesen“, sagt Rotkreuz-Mitarbeiter Helmut Strohmaier zur „Krone“. Der diensthabende Offizier meint weiter: „Der Ersthelfer hat wirklich Zivilcourage gezeigt! Er hat den beiden damit das Leben gerettet!“  Zum Glück sei die Sache gut ausgegangen. Denn als Strohmaier die Erstmeldung bekam, wurde ihm anders zumute, wie er schildert.

Zitat Icon

Ertränkungsnotfall mit Kind, da steigt schon einmal der Blutdruck.  

Helmut Strohmaier, Rotes Kreuz Steiermark

Ertränkungsnotfall. Mit Kleinkind. Diese Nachricht nehme man nicht auf die leichte Schulter, auch nach vielen Jahren im Rettungsdienst. „Vor allem, wenn man selbst Vater ist.“ Sofort wurden ein Notarzt und sieben Notfallsanitäter alarmiert. Man möchte nicht, aber müsse in so einem Fall vom Schlimmsten ausgehen. 

„Als wir im Park eingetroffen sind, stand der Ersthelfer mit der Mutter und dem Kind vor uns, da fällt einem schon ein Stein vom Herzen“, sagt Strohmaier. Mama und Bub wären beide durchnässt, etwas unterkühlt und unter Schock gewesen.

Dieser Teich wurde einer Familie zum Verhängnis.
Dieser Teich wurde einer Familie zum Verhängnis.(Bild: Christian Jauschowetz)

Kind und Mama ins Spital gebracht
„Der Notarzt hat beide vor Ort untersucht. Dann haben wir sie sicherheitshalber auf die Klinik gebracht.“ Auch das andere Kleinkind wurde mitgenommen, „damit die Familie zusammenbleibt“. Der Ersthelfer hätte keine Versorgung gebraucht. Strohmaier lobt nochmals dessen vorbildliche Tat und appelliert: „Man kann nichts falsch machen in so einer Situation, außer man tut gar nichts.“

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