Mehr Einbürgerungen

Neben Eklat: Antragsflut bei Chaos-Behörde MA 35

Wien
25.09.2026 05:00
Porträt von Wien Krone
Von Wien Krone

2025 erlebte die umstrittenen Wiener Einwanderungsstelle (MA 35), die kürzlich wegen einer Hausdurchsuchung Schlagzeilen machte, einen hohen Andrang auf Staatsbürgerschaft und Aufenthaltstitel.

Abgesehen von den zahlreichen Skandalen rund um die Anlaufstelle für Flüchtlinge und Migranten in Wien, die MA 35, zeigt der Jahresbericht der Abteilung 2025 einen regelrechten Ansturm.

Ersichtlich wird dieser bei den vielen neuen Staatsbürgerschaftsverfahren. 23.650 Anträge gelangten ein. 2024 waren es noch 19.960 Anträge – ein Plus von 18,5 Prozent, wir berichteten. Einen Zuwachs gab es auch bei den Einbürgerungen (17 Prozent im Vergleich zu 2025).

Fast ein Jahr Wartezeit
310 Tage mussten Zuwanderer im Vorjahr durchschnittlich auf einen Termin zur Einbürgerung warten. Zwar kürzer als 2024 (318 Tage), aber nur marginal.

Die Anträge des Fachbereichs Einwanderung sind auf 143.420 stark gestiegen.
Die Anträge des Fachbereichs Einwanderung sind auf 143.420 stark gestiegen.(Bild: Krone KREATIV)

Die meisten Personen, die zu Österreichern gemacht werden, stammten ursprünglich aus Israel (13,5 Prozent) und den USA (13,3 Prozent). Dabei ging es aber zumeist um die Verleihung der Staatsbürgerschaft an NS-Verfolgte oder deren Nachkommen. Danach folgten bereits Syrer (8,3 Prozent) und Afghanen (6,5 Prozent).

Bergauf ging es auch bei den Ansuchen auf Aufenthaltstitel. So sind die Anträge des Fachbereichs Einwanderung auf 143.420 stark gestiegen (siehe Grafik). Die Verlängerungsanträge von Personen aus Drittstaaten machten dabei den größten Anteil aus (mehr als 60 Prozent).

Insgesamt waren im Vorjahr 795 Mitarbeiter bei der MA 35 beschäftigt. Die personellen Ressourcen wurden im Übrigen aufgestockt – auch die Kosten stiegen, wohlgemerkt. Laut Bericht ein Grund für die etwas zügigeren Abläufe. Außerdem helfe ein eigens entwickeltes Tool beim Prozessablauf, wie Integrationsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) präsentierte.

Die Behörde wurde in der Vergangenheit auch wegen der langen Verfahren kritisiert. Welche Rolle die publik gewordenen Vorwürfe, bei denen beschleunigte Verfahren im Raum stehen (siehe Bericht oben), dabei spielen, beschäftigt vorerst die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.

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