Teilhabe stärken

Wie das Land Vorarlberg Frauen im Kosovo hilft

Vorarlberg
23.09.2026 10:21
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Das Land Vorarlberg und die Hilfsorganisation CARE Österreich unterstützen mit diversen Projekten ganz gezielt Bäuerinnen im Kosovo mit Schulungen, finanziellen Zuschüssen und Zugang zu politischer Teilhabe. Von der Hilfe profitieren über 50.000 Menschen.

Der Kosovo zählt zu den ärmsten Ländern Europas, die Erwerbsquote liegt weit unter dem europäischen Durchschnitt. Besonders drastisch ist die Lage in den ländlichen Gebieten. Dabei hätte gerade die Landwirtschaft großes Potenzial, dieses wird aber kaum genutzt. Die Beschäftigungsquote im Agrarsektor ist gering, speziell Frauen sind unterrepräsentiert. Zwar existieren nationale Strategien für eine inklusive ländliche Entwicklung, doch den lokalen Behörden fehlt es an den nötigen Mitteln, diese auch umzusetzen.

„Potenzial wird bei Weitem nicht ausgeschöpft“
Genau an diesem Punkt setzt das vom Land Vorarlberg finanzierte CARE-Projekt AKWA („Advancing Kosovo Women‘s Agribusiness Inclusion“) an. Ziel ist es, Frauen und Jugendliche in den Regionen Podujeva und Obiliq wirtschaftlich, sozial und politisch stärker in die Agrarwirtschaft einzubinden. „Frauen sind das Rückgrat der ländlichen Wirtschaft im Kosovo, doch ihr Potenzial wird bei Weitem nicht ausgeschöpft. Mit AKWA schaffen wir die Voraussetzungen, damit Frauen ihre wirtschaftlichen Rechte wahrnehmen, eigenständige Einkommen erwirtschaften und als gleichberechtigte Partnerinnen in ihren Familien und Gemeinden anerkannt werden“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.

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Frauen sind das Rückgrat der ländlichen Wirtschaft im Kosovo, doch ihr Potenzial wird bei Weitem nicht ausgeschöpft.

Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich

Von der Feldarbeiterin zur Unternehmerin
In praxisnahen Schulungen lernen die Projektteilnehmerinnen moderne Anbaumethoden, Grundlagen der Geschäftsführung und digitales Marketing. Ausgewählte Unternehmerinnen erhalten zudem finanzielle Zuschüsse für Ausrüstung und Markenpflege. Lendita Krasniqi ist eine dieser Frauen. Sie arbeitete jahrelang auf fremden Feldern, um ihren Kindern ein Studium zu ermöglichen. Heute baut Lendita auf ihrem eigenen Land eine Vielzahl an Gemüse- und Obstsorten an, die sie frisch oder eingelegt verkauft. Von CARE erhielt sie nicht nur Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Marke, sondern auch ein Gewächshaus – dadurch kann sie unter besseren Bedingungen produzieren und sich ein stabiles Einkommen erwirtschaften.

Austausch und politische Teilhabe
Ein entscheidender Faktor ist die Teilhabe, veraltete Rollenbilder zwängen viele Frauen im Kosovo in ein regelrechtes Korsett. Regelmäßig organisierte Frauenclubs bieten den Landwirtinnen Raum, sich über wirtschaftliche Rechte und Geschlechtergleichstellung auszutauschen. Ergänzend dazu finden auch Gespräche mit männlichen Familienmitgliedern statt, um das Verständnis für die Rolle der Frau zu stärken. Auf politischer Ebene lernen die Frauen ebenfalls, ihre Interessen zu vertreten. Und nicht zuletzt wird auch die Jugend eingebunden: Schulbesuche bei Landwirtinnen sollen das Interesse am Agrarsektor wecken. Die Maßnahmen zeigen große Wirkung, in Summe profitieren von der Unterstützung über 50.000 Menschen, vor allem eben Frauen und Jugendliche.

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Als sichere und wohlhabende Region in Europa stehen wir in der Verantwortung und engagieren uns über die Grenzen Vorarlbergs hinaus.

Landeshauptmann Markus Wallner

Wallner: „Stehen in der Verantwortung“
Dass sich Vorarlberg im Kosovo engagiert, ist für Landeshauptmann Markus Wallner eine Selbstverständlichkeit: „Als sichere und wohlhabende Region in Europa stehen wir in der Verantwortung und engagieren uns über die Grenzen Vorarlbergs hinaus. Wir wollen einen Beitrag leisten, um die Lebensverhältnisse und Zukunftschancen in unseren Partnerregionen zu verbessern. Daher unterstützen wir Projekte wie jene von CARE Österreich.“

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