GUTEN MORGEN

„Völkchen“-Reaktionen | Keine Hoffnungsträger?

„Völkchen“-Reaktionen. Vom Verlust der politischen Mitte, vom Niedergang, dem Absturz der klassischen, der großen Volksparteien also in Deutschland Union und SPD, in Österreich deren Schwestern ÖVP und SPÖ, hatte ich gestern hier, auf krone.at und in der „Kronen Zeitung“ geschrieben, und gemeint, dass die Volksparteien zu Völkchenparteien schrumpfen, weil ihnen das Volk immer mehr abhanden kommt. An ihre Stelle treten Parteien an den äußeren Rändern – besonders auf der rechten Seite, aber, siehe Berlin oder auch Graz, auch auf der linken. Und weil sich das Volk geändert hat, müssten sich auch die „großen, alten Volksparteien“ ändern, auch hierzulande, hatte ich gemeint. Denn sonst beerbe sie der selbst ausgerufene „Volkskanzler“. Ein Kommentar, der eine Riesenflut an Online-Postings auslöste.

Keine Hoffnungsträger? Es ist ein buntes Bild, das die Vielfalt der Kommentare abgibt. „Nicht die Menschen haben sich den Parteien entfremdet, sondern die Parteien den Menschen“, formuliert etwa ein Poster. Ein anderer/eine andere definiert: „Eine Volkspartei ist eine Partei, die vom Volk mehrheitlich gewählt wird. Die meisten Stimmen hat die FPÖ.“ Ein weiterer Leser meint: „FPÖ und AfD steuern in den kommenden Jahren auf absolute Mehrheiten zu, weil die Wähler die Arroganz einer Politik satthaben, die sich selbst bedient statt dem eigenen Volk zu dienen.“ Nur regierungskritische und FPÖ-freundliche Kommentare? Mitnichten! Mit dem Möchtegern-Volkskanzler wird auch hart ins Gericht gegangen, etwas, wenn ein Poster schreibt, Kickl habe „schon als Innenminister ganz genau nichts zum Besseren umgesetzt oder wenigstens geändert“. Oder ein weiterer findet, er werde auch nichts ändern, denn „dafür hat er die falschen Freunde“. Oder: „Er wird gar nichts ändern, schon gar nicht zum Guten“. Wenn einer unbedingt „Volkskanzler“ sein wolle, dann „sollt er vielleicht zuerst erklären, welches Volk er eigentlich meint“, verlangt ein weiterer Poster, der befürchtet, dass Kickl nicht „alle“ meine, sondern eher „nur die, die eh seiner Meinung sind“. Was auch mehrfach zu lesen ist: alle drei Parteien – gemeint ÖVP, SPÖ UND FPÖ seien keine Hoffnungsträger. Tja. Wie heißt es andererseits? Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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