Schon während OP

Dank neuer Technik Tumor in Rekordzeit durchschaut

Tirol
22.09.2026 18:00

Muss am Gehirn operiert werden, ist das eine extrem heikle und sehr komplexe Aufgabe. In Innsbruck stehen den Medizinern nun Hilfsmittel zur Verfügung, die Unglaubliches können und in Rekordzeit wichtige Informationen liefern. 

In Österreich erkranken jedes Jahr laut Adelheid Wöhrer von der Medizin-Uni Innsbruck rund 2000 Menschen an einem Gehirntumor. Dazu kommen rund 10.000 Krebspatienten mit Metastasenbildung im Kopf.

Eine Operation ist ein heikles Unterfangen, das Ärzten und Technik alles abverlangt. Geht es doch darum, krankes Gewebe vollständig zu entfernen, aber gesunde Areale unberührt zu lassen. Millimeterarbeit, für die an der Uni-Klinik in Innsbruck erstmals zwei Geräte mit außergewöhnlichen Fähigkeiten eingesetzt werden.

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Noch während einer laufenden Operation erhalten wir die Diagnose, um welchen Tumor es sich handelt.

Christian Freyschlag, Neurochirurg

„Mit den neuen KI-gestützten Analysemethoden der NIO-Bildgebung und Nanopore-Sequenzierung wird die Wartezeit auf eine Diagnose für Patienten von zwei bis drei Wochen auf wenige Stunden bis Minuten verkürzt. So können viel früher die Weichen für die geeignete Therapie gestellt werden“, fasst Wöhrer, Leiterin des Instituts für Neuropathologie, zusammen. Besagte NIO-Bildgebung ermöglicht auch ein noch gezielteres Entfernen eines Tumors. „NIO erlaubt es uns, mittels Laser Art und Ausdehnung eines Tumors präzise darzustellen, sodass wir millimetergenau operieren können“, erläutert Neurochirurg Christian Freyschlag.

Dank KI kann die Tumor-DNA rasch entschlüsselt werden.
Dank KI kann die Tumor-DNA rasch entschlüsselt werden.(Bild: Christof Birbaumer)

Am Institut für Neuropathologie der Medizin-Universität geht es dann mithilfe der Nanopore-Sequenzierung an die Analyse des Tumors. So können die Mediziner seine Gefährlichkeit besser einschätzen und daraufhin die Therapie sehr gezielt auf die betroffenen Patienten abstimmen.

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Mit den neuen Analysemethoden können viel früher die Weichen für die geeignete Therapie gestellt werden.

Adelheid Wöhrer, Leiterin des Instituts für Neuropathologie

Für Patienten steigen die Überlebenschancen
In Summe ein Vorgehen, das in Zukunft auch bei anderen Tumorerkrankungen möglich sein wird. Eine enge Kooperation zwischen Tirol Kliniken und Med-Uni sei die Basis dafür, betonen Rektor Gert Mayer und Thomas Klestil, medizinischer Geschäftsführer der Tirol Kliniken.

In der Pilotphase wurden bereits rund hundert Eingriffe erfolgreich durchgeführt. Die Mediziner sehen damit die Überlebenschancen für Patienten weiter steigen.

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