Ikone starb an Krebs

Frankreich verabschiedet sich von Brigitte Bardot

Society International
07.01.2026 14:06

Fans, Freunde und Familie haben am Mittwoch Abschied von der französischen Filmikone Brigitte Bardot genommen. In Saint-Tropez gedachte ein enger Kreis dem Leinwandstar bei einer Trauerfeier. Die Messe wurde an verschiedenen Orten in der Stadt live übertragen, auch via TV konnten Fans der Totenmesse beiwohnen. Nach einer Prozession durch die Stadt sollte Bardot, die laut ihres Ehemannes an Krebs gestorben war, in einem Familiengrab beigesetzt werden.

Schon in der Früh hatten sich etliche Bewunderer der Schauspielerin in Saint-Tropez versammelt. In der Kirche war ein Schwarz-Weiß-Foto von Bardot ausgestellt, auf dem sie ein Robbenbaby umarmt, begleitet von den Worten „Merci Brigitte“ (Danke, Brigitte).

Schlichte Zeremonie im kleinen Kreis
Auf Wunsch der Verstorbenen sollte es eine schlichte Zeremonie im kleinen Kreis sein. Neben ihrem Sohn Nicolas-Jacques Charrier, zu dem die Beziehung teilweise angespannt war, waren auch mehrere Politiker anwesend, unter ihnen die Fraktionschefin der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National, Marine Le Pen. Auch der bekannte Walfanggegner Paul Watson nahm an der Messe teil.

Der Sarg von Brigitte Bardot wurde in die Kirche Notre-Dame de l‘Assomption in Saint-Tropez ...
Der Sarg von Brigitte Bardot wurde in die Kirche Notre-Dame de l‘Assomption in Saint-Tropez getragen.(Bild: AP/Philippe Magoni)

Ihr 65 Jahre alter Sohn Nicolas-Jacques Charrier hatte seiner Mutter ein Blumengebinde mit Mimosen und den Worten „Für Mama“ gewidmet. Er lebt mit seinen Töchtern und Enkelinnen in Oslo. Brigitte Bardot hatte das Sorgerecht seinem Vater Jacques Charrier überlassen und damals erklärt, dass sie keine mütterlichen Gefühle hege.

„Schönste Frau der Welt“
Chansonstar Mireille Mathieu sang bei der Messe. Vor dem Gottesdienst zeigte sie sich sichtlich berührt. Für sie sei Bardot Frankreich, sagte die 79-jährige Sängerin. „Sie war die schönste Frau der Welt.“ Mathieu lobte gegenüber Reportern Bardot außerdem für „ihre Freiheit, ihren Mut, ihre Meinung zu sagen“.

Eine öffentliche Gedenkfeier findet – nach der Beisetzung in streng privatem Rahmen hinter hohen Friedhofsmauern – im Altstadtviertel La Ponche statt, dem historischen Zentrum des ehemaligen Fischerdorfes. Dazu sind Einheimische und Fans eingeladen.

Bardot „an Krebs gestorben“
Ihr vierter und letzter Ehemann Bernard d‘Ormale hatte sich in einem am Mittwoch erschienenen Interview erstmals zur Todesursache geäußert. „Sie hat zwei Operationen überstanden, aber dann ist sie an Krebs gestorben“, sagte Bardots Ehemann Bernard d‘Ormale in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift „Paris Match“. An welcher Art von Krebs die Film-Ikone gelitten habe, das verriet er jedoch nicht. In den 80er-Jahren hatte Bardot Brustkrebs gehabt.

„Sie war bis zum Ende geistig anwesend und am Tierschutz interessiert“, sagte d‘Ormale mit Blick auf Bardots größtes Anliegen nach dem Ende ihrer Schauspielzeit. Das letzte Wort, das Bardot vor ihrem Tod gesagt habe, sei „Piou Piou“ gewesen – ein Kosewort für ihren Gatten. „Piou“ oder „Piou Piou“ ist ein französisches Lautwort für das Piepen eines Kükens.

Das Blumengesteck von Bardots einzigem Sohn Nicolas Charrier
Das Blumengesteck von Bardots einzigem Sohn Nicolas Charrier(Bild: AFP/-)
Auch zahlreiche Fans waren gekommen, um Brigitte Bardot die letzte Ehre zu erweisen und die ...
Auch zahlreiche Fans waren gekommen, um Brigitte Bardot die letzte Ehre zu erweisen und die Trauerfeier auf Großbildschirmen zu verfolgen.(Bild: AFP/THIBAUD MORITZ)

Er erzählte, dass Brigitte Bardot sich vor einigen Jahren von ihrem ursprünglichen Wunsch verabschiedet habe, sich auf ihrem Anwesen La Madrague bestatten zu lassen. „Sie sah ein, dass es für die Stadtverwaltung schwierig wäre“, sagte er und verwies darauf, dass sie mit zahlreichen Besuchern ihres Grabes gerechnet habe.

Weltruhm 1956 erlangt
Bardot hatte 1956 mit dem Film „Und immer lockt das Weib“ Weltruhm erlangt, in dem sie eine junge Frau spielt, die selbstbewusst ihre sexuellen Bedürfnisse auslebt. Bis Anfang der 70er-Jahre drehte Bardot etwa 50 Filme, darunter mit angesehenen Regisseuren wie Jean-Luc Godard und Louis Malle. Sie gehörte zu den meistfotografierten Frauen der Welt.

1973 gab Bardot ihre Schauspielkarriere auf und widmete ihr Leben fortan bedrohten Tieren. Für die Gründung ihrer Tierschutz-Stiftung versteigerte sie Teile ihres Besitzes. Politisch driftete Bardot nach Rechtsaußen ab und wurde mehrfach wegen rassistischer Äußerungen zu Geldstrafen verurteilt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt