500.000 Euro Schaden

Schüler flutete Gymnasium: „Wollte Held spielen“

Gericht
21.09.2026 14:56

Ein 16-Jähriger richtete in Wiener Elite-Schule einen Schaden in der Höhe von einer halben Million Euro an. Im Anzug adrett gekleidet und eloquent tritt er in Wien vor die Richterin und gesteht die völlig sinnlose Tat. Der zweitangeklagte Mitschüler bekennt sich indes „nicht schuldig“.

„Sie haben sich ihre Zukunft ohnehin verbaut. Zivilrechtlich werden Sie den Schaden in irgendeiner Form gutmachen müssen“, sagt die Richterin am Schluss der Verhandlung um eine – völlig sinnlose – schwere Sachbeschädigung.

Nach Schulveranstaltung mit Tat geprahlt
Am 16. Februar setzte ein damals 15-Jähriger seine Elite-Schule in Wien-Währing unter Wasser, indem er im Albertus-Magnus-Gymnasium nach einer abendlichen Schulveranstaltung die Abflüsse verstopfte und die Wasserhähne aufdrehte: „Das führte zu einer massiven Überschwemmung mit einem Schaden von 500.000 Euro“, leitet die Staatsanwältin ein. Vor ihr sitzen zwei 16-jährige Burschen in adretten Anzügen, die für die Tat verantwortlich sein sollen – wobei sich nur der Erstangeklagte schuldig bekennt: „Ich wollte mich beweisen. Ich wollte den Held spielen“, lautet seine verstörende Begründung.

Mit der Flutung der Schule hatte er seinen Mitschülern gegenüber geprahlt und in die Freundesgruppe geschrieben, dass die Schule nun ausfalle. „Das ist ja wirklich ein Wahnsinn, was da passiert ist. Alles überflutet“, kommentiert die Richterin, als sie den eloquenten Jugendlichen die Bilder der enormen Schäden zeigt. Zu sehen sind Deckenstücke, die in die Klassen gebröckelt sind, und Wasser, das Zentimeterhoch in den Räumen steht.

Anwalt Sascha Flatz verteidigt einen der beiden Burschen im Wiener Landl
Anwalt Sascha Flatz verteidigt einen der beiden Burschen im Wiener Landl(Bild: Anja Richter)

Diversion: 16-Jähriger muss 60 Sozialstunden leisten
500 Euro Schadensersatz muss der 16-Jährige, der Schule gewechselt hat, bezahlen und 60 Sozialstunden leisten, dann wird das Verfahren eingestellt. „Ein symbolischer Betrag“, sagt die Staatsanwältin, wohl ahnend, was die Versicherung im Zivilgericht fordern wird.

Die Rolle des von Sascha Flatz verteidigten Mitschülers muss noch mit einem Zeugen geklärt werden, für ihn wird vertagt.

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