Fr, 19. Oktober 2018

Proteste in den USA

06.12.2014 08:11

Erneut Jury zu tödlicher Polizeigewalt einberufen

Auch im jüngsten Fall von tödlichen Polizeischüssen auf einen Schwarzen in den USA soll eine sogenannte Grand Jury über eine Anklageerhebung entscheiden, wie der zuständige Richter am Freitag bekannt gab. Er versprach eine "vollständige und faire Untersuchung" der tödlichen Schüsse auf den 28-jährigen Akai Gurley im November 2014. Im ganzen Land gingen erneut Tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße.

Der tragische Vorfall ereignete sich am 20. November im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Gurley ging mit seiner Freundin ein dunkles Stiegenhaus hinunter, weil der Aufzug nicht fuhr. Der junge Polizist Peter Liang zog seine Waffe und tötete Gurley mit einer Kugel, ohne dass sich der Vater einer kleinen Tochter in irgendeiner Form verdächtig verhalten hätte, wie der Schütze selbst einräumte. Wie die "New York Post" berichtete, rief Liang nach den Schüssen nicht einmal die Rettung, sondern schrieb zuerst eine SMS an seine Gewerkschaft.

Traurige Serie an schwarzen Polizei-Opfern
Der Fall reiht sich ein in eine ganze Serie von tödlichen Schüssen oder Tätlichkeiten weißer Polizisten gegenüber Schwarzen. Sowohl nach dem Tod des unbewaffneten 18-Jährigen Michael Brown in Ferguson als auch nach dem Würgegriff-Fall von Eric Garner in New York entschieden Geschworene, dass sich die Polizisten nicht vor Gericht verantworten müssen. Nach den Entscheidungen kam es zu teils gewaltsamen Protesten.

In New York gingen am Freitagabend den dritten Tag in Folge Hunderte Menschen auf die Straße und legten den Verkehr lahm. In Erinnerung an den 43-jährigen Garner riefen viele Demonstranten "Ich kann nicht atmen" - das waren die letzten Worte des Asthmatikers, wie später auf einem Amateurvideo zu sehen war. An der Columbia Universität, an der Grand Central Station und auf der Fifth Avenue in Manhattan legten sich Demonstranten auf den Boden, um an die Toten durch Polizeischüsse zu erinnern.

Weitere Demonstrationen gab es in Washington, Miami, Chicago, Boston und New Orleans. Auf Plakaten stand "Rassismus tötet" und "Das Leben von Schwarzen zählt".

Gurleys Familie meldete sich erstmals zu Wort
Am Freitag meldete sich auch Gurleys Familie erstmals öffentlich zu Wort und verlangte Gerechtigkeit. "Wie soll ich meiner Tochter erklären, dass ihr Vater nicht mehr zurückkommt?", sagte Gurleys Freundin Melissa Butler bei einer Trauerfeier in einer Baptistenkirche in Brooklyn. Seine Mutter Sylvia Palmer sagte weinend: "Er hat nichts falsch gemacht. Er ist ein guter Mann, er liebt seine Familie, er liebt seine kleine Tochter."

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