Am Samstag ist der neue Vorsitzende des NATO-Militärausschusses in Kopenhagen gewählt worden. Der deutsche General Carsten Breuer wird ab Juli 2027 in dieser Funktion tätig sein. Er ist bisher Generalinspekteur der Bundeswehr.
Der Vorsitzende des Militärausschusses gilt neben dem Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa (SACEUR) als einer der einflussreichsten Militärs der NATO. Er ist der wichtigste militärische Berater des Generalsekretärs und zugleich das Bindeglied, über das die gemeinsamen Empfehlungen der Generalstabschefs aller NATO-Mitgliedstaaten den politischen Entscheidungsgremien vorgelegt werden. Über ihn werden auch Weisungen und Richtlinien des Militärausschusses an die strategischen Befehlshaber der NATO sowie an den Generaldirektor des Internationalen Militärstabs weitergeleitet.
„Die Unterstützung der Generalstabschefs unserer NATO-Verbündeten bedeutet mir viel. Im Bündnis liegen große Aufgaben vor uns – für unsere Sicherheit und den Frieden in Europa und darüber hinaus“, sagte Breuer (61) nach seiner Wahl. Er wolle in seiner neuen Aufgabe die Perspektive aller Mitgliedstaaten zusammenführen und substanzielle militärische Ratschläge in das Bündnis einbringen.
Ranghöchster Soldat Deutschlands
Der 61-Jährige ist seit März 2023 der ranghöchste Soldat Deutschlands. Zuvor war er Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr, das er selbst aufgebaut hatte. Bekanntheit erlangte er auch als Leiter des Corona-Krisenstabs im deutschen Kanzleramt. Er war bereits im Jahr 1984 in die deutsche Armee eingetreten und damit auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen Ost und West.
„Dein operatives Urteilsvermögen, deine umfassenden Kenntnisse der Allianz und deine Führungserfahrung bei der deutschen Armee werden der NATO sehr zugutekommen“, sagte der amtierende NATO-Militärchef Cavo Dragone. Breuer setzte sich gegen die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan durch, die die erste Frau an der Spitze geworden wäre.
Bei den Verteidigungsausgaben liegt Deutschland nach NATO-Zahlen derzeit mit rund 125 Milliarden Euro klar auf Platz eins in Europa, in der militärischen Kommandostruktur des Bündnisses besetzt es seit diesem Jahr mehr Spitzenposten als die USA. Während die deutsche Regierung vor allem eine Zunahme der Bedrohung durch Russland sieht, betrachtet das Weiße Haus inzwischen China als Hauptherausforderung für die eigenen Sicherheitsinteressen.
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