Bis jetzt galt es als gut gehütetes Geheimnis: Der Salzburger Landesrat und ehemalige ÖVP-Kronprinz Stefan Schnöll soll schon demnächst in die Wirtschaft wechseln. Für den Wahlkampf von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler ein schwerer Rückschlag.
Offiziell wollte, wie in derartigen Fällen üblich, bis zuletzt niemand etwas sagen. Erst nach einer für Montag einberufenen Sitzung der Salzburger ÖVP sollten das Fußvolk der Partei und die Öffentlichkeit informiert werden: Stefan Schnöll wird die Politik verlassen. Damit verliert Landeshauptfrau Edtstadler das vielleicht beliebteste und wegen zahlreicher Zuständigkeiten wichtigste Mitglied der Landesregierung.
Projekte von Feind und Freund torpediert
Nun: Aufmerksamen Beobachtern war Schnölls Amtsmüdigkeit nicht entgangen. Spätestens seitdem vor allem seine eigenen Parteifreunde in seltener Einmütigkeit mit den politischen Mitbewerbern das jahrelang vorbereitete S-Link-Projekt final versenkten, musste der Verkehrslandesrat einsehen, dass Veränderungen nahezu unmöglich sind.
Kaum ein Vorhaben, das nicht von irgendeiner Interessensgruppe torpediert wird: einmal aus dem linken Lager, einmal aus dem konservativem Eck. Das hat den für einen Politiker ungewöhnlich feinnervigen Juristen zermürbt.
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