Striedinger-Nachfolger

Generalleutnant Vodosek wird neuer Bundesheer-Chef

Innenpolitik
03.09.2026 17:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der oberste Militär des Landes, General Rudolf Striedinger, tritt mit Ende September seinen Ruhestand an. Am Donnerstag gab das Verteidigungsministerium seinen Nachfolger bekannt: Rüstungschef Generalleutnant Harald Vodosek. Der bisherige Favorit war in Ungnade gefallen.

Vodosek leitet seit 2021 die Direktion 5 – Beschaffung und war damit bisher maßgeblich an der Umsetzung des „Aufbauplan 2032+“ beteiligt.

„Mit Generalleutnant Vodosek übernimmt ein hoch qualifizierter und erfahrener Offizier die Führung des Österreichischen Bundesheeres“, wurde Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) zitiert. Vodosek kenne das Bundesheer aus unterschiedlichsten Funktionen und verfüge über „umfassende Erfahrung in den Bereichen Einsatz, Führung, Personal und Beschaffung“, so Tanner: „Gerade in einer Zeit, in der wir das Bundesheer konsequent modernisieren und auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten, ist seine Expertise von besonderer Bedeutung.“

Rüstungschef Generalleutnant Harald Vodosek wird der neue Generalstabschef des Bundesheeres.
Rüstungschef Generalleutnant Harald Vodosek wird der neue Generalstabschef des Bundesheeres.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER, Krone KREATIV)
Ministerin Tanner und Rüstungsdirektor Vodosek am 25. August bei der Übergabe der modernisierten ...
Ministerin Tanner und Rüstungsdirektor Vodosek am 25. August bei der Übergabe der modernisierten Schützenpanzer „Ulan“ und Kampfpanzer „Leopard“ 2A4 an das Bundesheer in der Jansa-Kaserne in Niederösterreich(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Sechs Offiziere hatten sich beworben
Die Bewerbungsfrist für den höchsten Posten im Militär war am 22. April ausgelaufen. Beworben hatten sich sechs Offiziere, drei davon wurden von der Kommission als „in höchstem Ausmaß“ geeignet eingestuft. Darunter befanden sich dem Vernehmen nach die Generalleutnante Bruno Günter Hofbauer, Karl Schmidseder und eben Vodosek. Tanner traf alle Bewerber zu einem persönlichen Gespräch.

Bisheriger Favorit in Ungnade gefallen
Hofbauer, der Planungschef des Bundesheeres, galt lange Zeit als gesetzt und erfreut sich großer Beliebtheit in der Truppe. Er soll aber „in Ungnade“ gefallen sein, weil er den kritischen Landesverteidigungsbericht geschrieben hat. Darin wurde dargestellt, dass das Bundesheer seinen „Aufbauplan 2032+“ aus Geldmangel reduzieren und zeitlich verzögern muss. Dem neuen Generalstabschef Vodosek wird angekreidet, dass er ÖVP-nahe ist. Der Rüstungschef hat weniger Fans als Hofbauer. 

Was der Generalstabschef mitbringen musste
Der Generalstabschef ist der höchstrangige Offizier des Bundesheeres und leitet den Generalstab, der direkt dem Verteidigungsministerium unterstellt ist. Er ist der wichtigste militärische Berater der Ministerin bzw. des Ministers.

Das Gehalt des Generals kann sich sehen lassen: 13.187,10 Euro brutto monatlich bekommt der ranghöchste Uniformierte. Dafür muss er laut Ausschreibung Erfahrung in den Bereichen Sicherheits-, Verteidigungs- und Militärpolitik sowie Streitkräfteplanung und -führung haben. Voraussetzung sind zudem Auslandserfahrung, gute Englischkenntnisse und körperliche Fitness.

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