Ärzte für Vorarlberg

Land vergibt erstmals Medizin-Studienplätze

Vorarlberg
19.09.2026 15:55

Vorarlberg hat erstmals drei reservierte Medizin-Studienplätze an der Uni Innsbruck vergeben. Die Studierenden müssen sich im Gegenzug für zumindest fünf Jahre an das Land binden.

Das Land Vorarlberg bietet seit Längerem drei speziell geförderte Medizin-Studienplätze an der Universität Innsbruck an. In den vergangenen Jahren konnten diese jedoch nie besetzt werden, da die Vorgaben für Interessenten zu streng und unattraktiv waren. Das Land hat daher bei den Kriterien noch einmal nachjustiert – mit dem Ergebnis, dass heuer erstmals alle drei reservierten Plätze erfolgreich vergeben werden konnten.

Verpflichtung, zumindest für fünf Jahre im Land zu arbeiten
Entscheidend dafür war vor allem die Erweiterung der beruflichen Optionen: Denn nach Abschluss des Studiums müssen die Absolventen fünf Jahre im Bundesland arbeiten. Bisher war das nur im öffentlichen Gesundheitsdienst erlaubt, ab sofort können die jungen Ärzte ihre Dienstjahre auch in einem Landeskrankenhaus absolvieren. Laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) brachte diese Neuerung deutlich mehr Bewerber.

Neuer Rekord an Bewerbungen
Insgesamt haben sich 62 Personen um einen gewidmeten Studienplatz beworben. Bereits im Vorfeld des Aufnahmeverfahrens für das Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck (MedAT) wurde deren Interesse im Rahmen von Bewerbungs- und Informationsgesprächen abgeklärt. Daraufhin konnte mit 45 Personen eine Ausbildungsvereinbarung abgeschlossen werden. Davon haben sich 12 für einen regulären Studienplatz qualifiziert, drei ergatterten diesen über die gewidmeten Medizinstudienplätze. Wichtig zu wissen: Die Vergabe der gewidmeten Medizinstudienplätze erfolgt auf Grundlage des Universitätsgesetzes. Sie richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber, die beim Aufnahmeverfahren zu den besten 25 Prozent zählen, aufgrund der erreichten Punktezahl jedoch keinen regulären Studienplatz erhalten haben. Wer über das reguläre Verfahren aufgenommen wird, kommt für die Landesförderung nicht in Frage.

Hohe Strafen bei Abbruch
Die drei Förderstudenten erhalten neben einem Studienplatz auch eine finanzielle Unterstützung von gut 1000 Euro im Monat, dazu addiert sich noch das Klimaticket. Für vorzeitige Studienabbrüche hat sich das Land abgesichert – in einem solchen Fall würde eine drastische Strafzahlung (rund 84.000 Euro) fällig.

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