Meldet sich in Video

Günther Paal: „Ich hab‘ Schande auf mich gebracht“

Österreich
16.09.2026 20:01

Nach Bekanntwerden der schrecklichen Vorwürfe gegen Günther „Gunkl“ Paal – die „Krone“ berichtete zuerst – hat sich der Kabarettist in einem Video zu Wort gemeldet. „Ich hab‘ Schande auf mich gebracht“, so der Künstler, gegen den wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs und Besitzes von Missbrauchsdateien Unmündiger am Mittwoch Anklage eingereicht wurde.

„Ich bedauere zutiefst, was ich gemacht hab‘, ich hätte es nicht tun sollen“, so „Gunkl“ in dem auf Facebook veröffentlichten Video, das knapp vier Minuten lang ist. Er habe „Schande“ auf sich gebracht. Der Künstler nahm auch im Detail Stellung zu den Vorwürfen des Missbrauchs, den er „sehr bedauere“, es sei „schrecklich“. Er habe auch „einiges Videomaterial auf Rechnern gehabt, die sich in meinem Besitz befinden“.

Es habe eine Phase in seinem Leben gegeben, „da hatte ich die Lust auf solche Videos“. Dann habe er auf das Material „vergessen“, als er sich einen anderen Rechner besorgt habe. Nun sei es aber bei ihm sichergestellt worden. Das sei ihm nicht nur „unangenehm“, das sei „furchtbar. So jemand möchte man nicht sein, jemand, der das hatte – das bin ich aber“, so Paal.

Der Kabarettist meldete sich in einem Facebook-Video zu Wort:

„Niemand hat gewusst, wie es in mir zugeht“
Es tue ihm sehr leid, er sei bereit, jede Strafe, die kommt, „unwidersprochen hinzunehmen“. Niemand habe gewusst, wie es in ihm „zugehe“. Er habe gedacht, das mit sich selbst ausmachen zu können – aus diesem Grund wolle er auch allen, „die derartige Neigungen in sich spüren“, raten, sich Hilfe zu suchen – vor allem um Kinder zu schützen.

Alfred Dorfer und Caroline Athanasiadis „erschüttert“
Auch erste Kabarett-Kollegen äußerten sich am Mittwoch zu dem Fall.  „Vollkommen erschüttert“ habe er „erstmalig die verstörenden Nachrichten meines Kollegen Günther Paal“ vernommen, schrieb etwa Alfred Dorfer in einer Story auf Instagram. Während seiner gemeinsamen Bühnen- und TV-Arbeit habe es „weder Anzeichen, Hinweise oder Ähnliches in die kolportierte Richtung gegeben“, so der Kabarettist, der mit „Gunkl“ unter anderem in der ORF-Sendung „Dorfers Donnerstalk“ auf der Bühne gestanden hatte.

Seit zwölf Jahren gebe es zwar „so gut wie keinen persönlichen Kontakt“ mit Paal, doch es bleibe „die Bestürzung, nicht den kleinsten Verdacht oder Zweifel gehegt zu haben“, schrieb Dorfer weiter und schloss mit: „In erster Linie jedoch müssen die Gedanken bei dem betroffenen Kind sein.“

Das schrieb auch Kabarett-Kollegin Caroline Athanasiadis, die sich auf Facebook „ehrlich erschüttert“ zeigte, gerade weil sie Paal „persönlich kenne und schon mehrmals mit ihm auf der Bühne gestanden“ sei. Es gelte die Unschuldsvermutung, „aber ,Zu mir war er immer lieb‘ darf niemals ein Gegenargument sein. Wir müssen endlich aufhören, Betroffenen weniger zu glauben, nur weil der Beschuldigte sympathisch wirkt.“ Jetzt brauche es eine lückenlose Aufklärung.

„Gunkl“ zahlte 150.000 Euro Schweigegeld
Der Missbrauchsfall hat aber eine weitere erschütternde Facette zu bieten: Die Mutter und Oma des missbrauchten Kindes sind wegen des Verdachts der schweren Erpressung angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, Paal wegen des mutmaßlichen Missbrauchs erpresst zu haben. Der Kabarett-Star zahlte ihnen 150.000 Euro, doch als der Druck zu groß wurde, erstattete er im Mai Anzeige und Selbstanzeige. Die beiden Frauen sitzen in U-Haft.

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