Kanada, das war jenes Territorium, das von Englands nordamerikanischen Kolonien nach dem US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bei der britischen Krone blieb. Wobei Québec im Osten des Landes französisch war und erst am Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 an die Briten abgetreten wurde. Und heute ist das Land Mitglied des Commonwealth und König Charles III. das offizielle Staatsoberhaupt. Und nun könnte der zweitgrößte Flächenstaat der Erde assoziiertes Mitglied der Europäischen Union werden.
EINERSEITS scheint dies für Kanada ebenso wie für die EU großartige Perspektiven zu eröffnen. Kanadas Bevölkerung hat größtenteils europäische Wurzeln. Es ist ein demokratischer Rechtsstaat und eine florierende Marktwirtschaft. Kanadas Ressourcen und Europas Know-how, dazu der gewaltige gemeinsame Markt, das wäre schon etwas.
ANDERERSEITS ist die gegenwärtige Annäherung zwischen Ottawa und Brüssel wohl in erster Linie vom Konflikt mit Donald Trumps USA motiviert. Der Wüterich im Weißen Haus hat bekanntlich ja auch die Vereinnahmung Kanadas als neuen US-Bundesstaat in den Raum gestellt. Und in seiner ersten Reaktion auf die aktuellen Assoziierungs-Pläne hat er auch entsprechend harsch mit neuen Zoll-Drohungen reagiert.
Wenn Kanada also gewissermaßen als verlorener Sohn zu den europäischen Eltern zurückkehren will, wird das nicht ganz so einfach sein.
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