„Krone“-Kommentar

Gunkl, Gunkl, Gunkl: Und was ist mit dem Kind?

Kolumnen
19.09.2026 05:00

Der Prozess gegen Günther Paal alias „Gunkl“ findet also schon am 22. Oktober statt. So schnell mahlen die Mühlen der Justiz selten. Paal wird sexueller Missbrauch Unmündiger vorgeworfen. Zwei Frauen, die ihn damit erpresst haben, werden ebenfalls vor Gericht stehen.

Gut, dass sich der noch immer in Freiheit befindliche Kabarettist bald für seine Taten verantworten muss und nicht länger etwas genießt, das „Promibonus“ heißt.

Als „Promi“ nutzte der Künstler, der mehr als drei Jahrzehnte auf Kleinkunstbühnen stand, die mächtige Bühne der sozialen Medien für ein Videostatement, das einen fassungslos zurücklässt. „Ich habe Schande auf mich gebracht“, sagt er darin. „Ich habe ein Kind dorthin geküsst, wo Erwachsene Kinder nicht küssen dürfen.“ Den Besitz von fast 1000 Dateien mit Darstellungen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder auf einem alten Computer bagatellisiert er mit einer „Phase“, in der er „Lust“ auf „solche Videos“ hatte.

Schande, Phase, Lust. Da geht es nur um ihn und seine Triebe. Und was ist mit dem Kind?

Das heute fünfjährige Mädchen befindet sich, wie Hunderte andere Kinder und Jugendliche, denen Gewalt angetan wurde, in einem Krisenzentrum der Stadt Wien. Und bekommt hoffentlich alle Hilfe dieser Welt.

Für dieses verletzte Kind hat der Angeklagte keine Worte gefunden. Genauso wenig wie für all jene Kinder, deren Leid auf „solchen Videos“ festgehalten ist.

Das tut richtig weh.

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