Nächste Hiobsbotschaft für den ländlichen Raum und das Waldviertel: Nach starken Kürzungen besiegelt das AMS nun das Aus für das 36-jähriges Vorzeigeprojekt Eibetex, das nicht nur Menschen wieder in den Job brachte, sondern auch einen hohen sozialen und gesellschaftlichen Nutzen in der Region erfüllte.
Der Verein wurde nicht nur für den „Krone“-Herzensmensch-Preis nominiert: Mehr als dreieinhalb Jahrzehnte lang eroberte das prestigeträchtige Arbeits- und Sozialprojekt Eibetex die Herzen der Region Waidhofen an der Thaya. Menschen wurde darin Zeit gegeben, in einem Handwerksberuf Fuß zu fassen, um wieder für private Firmen interessant zu sein. Für Ältere wurde die Gartenpflege zu erschwinglichen Preisen übernommen, ein Schlüsseldienst (den es im ganzen Bezirk nicht mehr gibt) angeboten oder Secondhand-Kleidung angepriesen.
Aus ab 2027
Nachdem das Projekt in den letzten Jahren vom AMS trotz Erfolgs deutlich gekürzt wurde, dreht man nun den Geldhahn ab 2027 ganz zu. Wegen den damaligen Einsparungsabsichten gingen die Menschen auf die Straße, Kammerräte der Arbeiterkammer Rudolf Silvan oder Andreas Hitz machten sich für das Projekt stark und auch der Zweite Landtagspräsident Gottfried Waldhäusl (FPÖ) verteidigte die jahrzehntelange Institution. Das AMS gestand dem Projekt daraufhin deutlich weniger Gelder zu und zudem noch Mittel für eine Art Umformungsprozess, damit man auch Töpfe von Sozialfonds anzapfen könnte. Der Prozess dürfte offensichtlich keinen Erfolg gehabt haben.
AMS erachtet Gelder in anderen Regionen als dringender
Das AMS will wegen „steigender Arbeitslosigkeit und anhaltender Arbeitskräftenachfrage, die durch die demografische Entwicklung bedingt sei“, Programme in anderen Regionen finanzieren. „Während in manchen Bezirken im Waldviertel nahezu Vollbeschäftigung herrscht, sehen wir Arbeitslosenquoten in der Südbahn von bis zu 8,2 Prozent. Auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtarbeitslosigkeit variiert stark zwischen den Regionen“, erklärt AMS-Sprecherin Martina Fischlmayr.
Weiter verspricht die Sprecherin: „Gleichzeitig wird das AMS NÖ neue Strukturen entwickeln, die folgenden Kriterien entsprechen: regionaler Bedarf, die Wirkung des Angebots, die Erreichbarkeit für die Zielgruppe, die Kosten und die Fähigkeit, sich an veränderte Strukturen anzupassen.“
Nachdem Bekanntwerden in der Region, dass das AMS nun das Projekt komplett sterben lässt, kommen die ersten kritischen Reaktionen und Kampfansagen auf. Landtagspräsident Waldhäusl verurteilt: „Das AMS ist nicht bereit, hier weiter das notwendige Geld bereitzustellen. Das Land NÖ kann diese hohe fehlende Summe alleine nicht stemmen. Die betroffenen Personen sind weitere Opfer dieser Bundesregierung.“
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