Seit einigen Tagen pilgern in Kärnten wieder Kinder in die Schulklassen. Der Weg dorthin wird oftmals zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt – und ist mehr oder weniger sicher. Mit der Aktion „Sicherer Schulweg“ weist die „Krone“ seit Jahren auf Missstände hin. Villach bessert jetzt nach.
Ein Zebrastreifen, den man kaum mehr erkennen kann, birgt für Fußgänger naturgemäß viele Gefahren. Immerhin können Auto- und Zweiradfahrer nur bremsen, wenn sie den Schutzweg auch als solchen erkennen. „Gerade zu Schulbeginn sind viele Kinder unterwegs, die sich erst an ihren neuen Schulweg gewöhnen müssen. Gut sichtbare Schutzwege sind daher ein wichtiger Beitrag zu ihrer Sicherheit“, sagt Villachs erste Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig. In der Draustadt werden aktuell alle Schutzwege kontrolliert und bei Bedarf „farblich aufgefrischt“.
Wenn Sie eine Gefahrenstelle auf einem Kärntner Schulweg kennen, melden Sie sich bitte unter elisabeth.nachbar@kronenzeitung.at bei uns!
506 Taferlklasser gibt es heuer alleine in Villach; 550 Kinder starten im Kindergarten. Katholnig: „Autofahrer, bitte verstärkt aufpassen! Denn gerade Schulanfänger können Geschwindigkeiten von Fahrzeugen noch nicht so sicher einschätzen.“
Dass es bis zum Ende der Volksschule dauert, bis Kinder wirklich präventiv denkend im Verkehr agieren, bestätigt auch Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer. Auch andere wichtige Fähigkeiten fehlen Kindern oft noch: „So gelingt es Kindern beispielsweise erst mit 8 Jahren, zuverlässig in einer Bewegung zu stoppen. Insbesondere beim Laufen brauchen Kinder davor einen Anhalteweg von rund 1,5 Metern, was bedeutet, dass sie im Falle eines plötzlichen auf die Fahrbahn Laufens bis zur Fahrbahnmitte benötigen, um zuverlässig stoppen zu können.“ Kinder sollten weder über- noch unterfordert werden, weil sie sich selbst oftmals überschätzen. Genau hier sind Erziehungsberechtigte gefragt, aber auch Struktuelles.
„Kinder brauchen mehr Platz, auf Gehsteigen oder Radwegen. Außerdem braucht es sichere Zebrastreifen zum Queren der Straße“, sagt Schützhofer. Dabei unterstützt sie auch Michael Aleksa, Senior Research Engineer beim Austrian Institute of Technology. Dort wurde ein System zur Messung von Verkehrsverhalten und -konflikten entwickelt. Mit Kameras wurden dazu Schulwege beobachtet und Gefahrensituationen ausgewertet.
Aus gefährliche Situationen, Beinahe-Unfälle oder Geschwindigkeitsüberschreitungen können später präventive Schlüsse gezogen werden, etwa, ob auch bauliche Maßnahmen die Situation entschärfen können. Aleksa: „Das bessere Verständnis von möglichen Unfallursachen hilft bei der Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen, ohne sich nur auf historische Unfalldaten zu beziehen.“
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