Mit einem hauchdünnen Vorsprung hat die schwedische Mitte-Links-Opposition die Parlamentswahl am Sonntag für sich entschieden. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten offiziellen Endergebnis kommen die linken Parteien – angeführt von der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Magdalena Andersson – auf 176 Parlamentssitze. Der amtierende Regierungschef hat bereits die Konsequenzen gezogen.
Die konservative Regierungskoalition von Ministerpräsident Ulf Kristersson kam auf 173 der insgesamt 349 Sitze. Auf der Nachrichtenplattform X veröffentlichte Kristersson sein Rücktrittsgesuch an den Parlamentspräsidenten. Der Parlamentspräsident werde nun die nächsten Schritte zur Bildung einer neuen Regierung einleiten. „Damit diese Arbeit sofort beginnen kann, beantrage ich hiermit meine Entlassung als Ministerpräsident“, so Kristersson. Das Wahlergebnis mache die Bildung einer neuen Regierung kompliziert, „da die unterschiedlichen Aussagen der Parteien vor dem Wahltag jegliche denkbare Regierungsbildung und Koalition behindern könnten“, hieß es in dem Brief.
Nun sei „konstruktive Offenheit der Parteien“ nötig, schrieb Kristersson weiter. „Es müssen Gespräche mit allen Parteien geführt werden, um Lösungen zu finden und die Voraussetzungen für eine stabile und handlungsfähige Regierung zu schaffen.“
Rund acht Millionen Schweden waren am Sonntag aufgerufen, abzustimmen. Lange vor der Wahl hatte die Opposition in Umfragen weit vorn gelegen. Kurz vor dem Termin hatte sich aber doch ein engeres Rennen um die Macht abgezeichnet als erwartet.
Migration und Bandenkriminalität wichtige Themen
Im Wahlkampf ging es unter anderem um die Herausforderungen des Landes im Umgang mit Migration, um Bandenkriminalität und um eine Verschärfung des Strafrechts. Aber auch um die Frage, ob die Rechtspopulisten in Schweden erstmals Teil einer Regierung werden könnten.
Kristersson führte bisher eine Minderheitsregierung aus seinen Moderaten, den Christdemokraten und den Liberalen an, die im Parlament zudem auf die Stimmen der rechtspopulistischen Schwedendemokraten angewiesen war. Der bisherige Ministerpräsident stellte den Rechtspopulisten wichtige Ministerposten in Aussicht, sollte er erneut regieren, darunter das Ressort für Einwanderung.
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