Ein Mandat entscheidet

Schweden: Linke Opposition mit hauchdünnem Sieg

Außenpolitik
16.09.2026 21:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mit einem hauchdünnen Vorsprung hat die schwedische Mitte-Links-Opposition die Parlamentswahl am Sonntag für sich entschieden. Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen vom Sonntag komme das Lager um Oppositionsführerin Magdalena Andersson von den Sozialdemokraten auf 175 der 349 Sitze im Parlament, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender SVT.

Der rechte Block von Ministerpräsident Ulf Kristersson, dem auch die rechtsextremen Schwedendemokraten angehören, steuert Daten der Wahlbehörde zufolge auf 174 Mandate zu. Lediglich 26.169 Stimmen trennten die beiden Lager Mittwochnachmittag.

Die Tage von Ulf Kristersson (hier im Bild mit Ehefrau Birgitta Ed) im Ministeramt sind wohl ...
Die Tage von Ulf Kristersson (hier im Bild mit Ehefrau Birgitta Ed) im Ministeramt sind wohl gezählt.(Bild: AFP/JONATHAN NACKSTRAND)

Briefwahlstimmen werden wohl nichts mehr ändern
„Die Wahrscheinlichkeit einer Wende ist zum jetzigen Zeitpunkt so gering, dass wir mit Sicherheit sagen können, dass die Opposition bei dieser Wahl die meisten Sitze erringen wird“, berichtete SVT Mittwochabend weiter. Die Wahlbehörde zählt derzeit noch die letzten per Brief oder aus dem Ausland eingegangenen Stimmen aus. Es könnte noch bis Donnerstag dauern, bis das endgültige Ergebnis feststeht.

Großer Vorsprung bei Umfragen, nun ein Mandat Unterschied
Rund acht Millionen Schweden waren am Sonntag aufgerufen, abzustimmen. Lange vor der Wahl hatte die Opposition in Umfragen weit vorn gelegen. Kurz vor dem Termin hatte sich aber doch ein engeres Rennen um die Macht abgezeichnet als erwartet. Im Wahlkampf ging es unter anderem um die Herausforderungen des Landes im Umgang mit Migration, um Bandenkriminalität und um eine Verschärfung des Strafrechts. Aber auch um die Frage, ob die Rechtspopulisten in Schweden erstmals Teil einer Regierung werden könnten.

Kristersson führte bisher eine Minderheitsregierung aus seinen Moderaten, den Christdemokraten und den Liberalen an, die im Parlament zudem auf die Stimmen der rechtspopulistischen Schwedendemokraten angewiesen war. Kristersson stellte den Rechtspopulisten wichtige Ministerposten in Aussicht, sollte er erneut regieren, darunter das Ressort für Einwanderung.

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