Ein illegales Autotreffen in der Rijeka Region sowie auf der Insel Krk hat für erhebliches Chaos und eine baldige Gesetzesänderung gesorgt. Tausende Benzinbrüder, darunter viele Österreicher, sorgten in teils getunten Fahrzeugen für Straßenrennen, blockierte Tankstellen, zahlreiche Beschwerden und landesweite Diskussionen.
„Noch nie dagewesene Raser-Aktionen auf den Straßen von Rijeka und Umgebung am vergangenen Wochenende haben nicht nur Bürger, sondern auch lokale Organisatoren von Automobilveranstaltungen erzürnt. Dahinter stecken junge Österreicher, die ähnliche Treffen bereits in Italien und Österreich organisiert haben“, schreibt das kroatische Medium „HRT“.
Tankstellen blockiert
Bei den „Veranstaltern“ soll es sich um internationale Netzwerke oder Auto-Communitys (wie „Tire Slayerz“) handeln, die auf sogenannte „Car Takeovers“ spezialisiert sind. Dabei blockieren Dutzende oder Hunderte (meist getunte) Fahrzeuge spontan Kreuzungen, Tankstellen oder Autobahnen für illegale Drift-Shows (Donuts, Burnouts).
Zig Autos beschlagnahmt
Bei der mehrtägigen Polizeiaktion gab es rund 365 Beanstandungen – vor allem wegen Verkehrsverstößen, aber auch wegen Ruhestörung und sonstiger Gesetzesbrüche. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wurden mehr als 40 Fahrzeuge für technische Überprüfungen aus dem Verkehr gezogen.
„Leider handelt es sich hierbei um eine Subkultur, die aus Amerika und den ‘Fast & Furious‘-Filmen stammt – dass sich alle versammeln, Reifen durchdrehen lassen, driften. Bei solchen Treffen findet man bedauerlicherweise oft viele Verletzte, weil die Dinge etliche Male außer Kontrolle geraten“, wird der erfolgreiche Rallyefahrer Juraj Šebalj zitiert.
Behörden reagieren
Der Vorfall löste in ganz Kroatien eine breite Debatte aus, da die chaotischen Szenen (siehe X-Beiträge oben) nicht nur den Verkehr in Rijeka und Umgebung lahmlegten, sondern auch Rettungsfahrzeuge blockiert haben sollen. Die Polizei hatte nicht nur aufgrund zahlreicher Beschwerden von Anrainern alle Hände voll zu tun. Nach den Exzessen wurden verstärkte Kontrollen angekündigt.
Da solche Treffen extrem schwer im Voraus zu verhindern sind – sie werden kurzfristig über geschlossene Telegram- oder WhatsApp-Gruppen koordiniert –, setzt der Staat auf drastisch verschärfte Strafen im Straßenverkehrsgesetz, um für Abschreckung zu sorgen.
Gesetzesänderung angekündigt
Die Organisation, Anstiftung und Ermöglichung illegaler Rennen sowie die Teilnahme daran sollen künftig gesondert bestraft werden – mit Geldbußen von bis zu 2650 Euro, sechs Monaten Fahrverbot und Strafpunkten im Führerschein.
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