Kuhhandel geht weiter

Industriepaket: Billiger Strom nur für fixe Jobs?

Innenpolitik
15.09.2026 19:55

Beim Strom bahnt sich in der Regierung ein Tauschgeschäft an: Billigere Energie für die Industrie soll es nur gegen sichere Jobs geben. Doch nicht nur der Strompreis beschäftigt die Politik vor dem Herbst. Auch beim Gas stellt sich die Frage, wie gut Österreich für die kalte Jahreszeit gerüstet ist. Denn die Speicher sind deutlich weniger gefüllt als noch vor einem Jahr.

Im Bundeskanzleramt steht einmal mehr ein Abtausch an. Denn schon im Frühjahr kündigten die Regierungsparteien einerseits den Industriestrom (fünf Cent pro Kilowattstunde für einen Teil des Verbrauchs energieintensiver Betriebe), und andererseits die „Strompreisbremse“ (zehn Cent pro Kilowattstunde für den Grundverbrauch der Haushalte in einer Preiskrise) an. Heute dürfte im Ministerrat der Beschluss zu beiden Maßnahmen fallen, deshalb wurde am Dienstag intensiv verhandelt.

SPÖ besteht auf „Jobgarantie“
Anders als rund um das Klimagesetz und die Dürrehilfen soll es laut Verhandlern diesmal aber „konstruktiver“ zugehen. Was gleich geblieben ist: Die Regierung ist sich bei den Details nicht einig. So wollen die Roten den Industriestrom an eine „Jobgarantie“ koppeln. Unternehmen, die das Paket in Anspruch nehmen und von dem günstigeren Strom profitieren, sollen also keine oder nur wenige Mitarbeiter abbauen dürfen.

Daran stoßen sich ÖVP und die Pinken, eine solche Garantie würde die Firmen nur zusätzlich belasten. Am SPÖ-Prestigeprojekt „Strompreisbremse“ findet der Wirtschaftsflügel der Volkspartei ebenso wenig Gefallen. Weil die Strompreise kurz vor dem Winter wieder steigen dürften und die Industrie davon schwer getroffen wäre, scheint sich aber ein Kompromiss abzuzeichnen. Ob auch das Klimagesetz und die Dürrehilfen heute auf den Weg gebracht werden – es fehlt noch immer ein Beschluss – ist allerdings unwahrscheinlich.

Vor dem Herbst
Warum Gasspeicher heuer weniger gefüllt sind 

Während die Regierung noch um Entlastungen beim Strom ringt, sorgt vor dem Herbst auch die Gasversorgung für Beunruhigung. Denn die heimischen Speicher sind heuer deutlich weniger gefüllt als noch vor einem Jahr – aktuell sind es 67,1 Prozent unserer Speicherkapazitäten. Im September 2025 waren es noch 82,5 Prozent.

Zitat Icon

Unsere Öl- und Gasspeicher sind im internationalen Vergleich gut gefüllt, und die Versorgung ist aktuell gesichert.

Wolfgang Hattmannsdorfer, Energieminister

Grund zur Panik sieht Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) deshalb allerdings nicht. Denn Österreich verfügt im europäischen Vergleich über besonders große Speicher und könnte darin Gas im Ausmaß von rund 120 Prozent seines gesamten Jahresverbrauchs lagern.

„Aufgrund des kalten Winters wurde mehr Gas aus den Speichern entnommen. Die hohen Gaspreise und die Unsicherheit über die Preisentwicklung sorgen ebenfalls für Zurückhaltung bei der Einspeicherung“, wird erklärt. Aktuell ist aber eine Gasmenge eingespeichert, die rund 87 Prozent des österreichischen Jahresverbrauchs entspricht. „Österreich ist für den Winter gut gerüstet“, versichert Hattmannsdorfer.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung