Ab Montag können sich Betriebe für den Industriestrombonus anmelden, ob wohl die Genehmigung aus Brüssel noch immer aus sich warten lässt. „Wir werden nicht länger auf das OK aus Brüssel warten. Die EU-Freigabe des Industriestrombonus verschiebt sich mittlerweile von Woche zu Woche“, so ein sichtlich verärgerter Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
„Es kann nicht sein, dass unsere Betriebe, ihre Investitionen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch endlose EU-Bürokratie hingehalten werden. Wer Europas Industrie stärken will, muss schneller entscheiden. Wir öffnen das Antragsportal für den Industriestrombonus daher jetzt“, so der Energieminister, der eine Art Genehmigungsfriktion für beihilferechtliche Freigaben der EU vorschlägt. Für die Zukunft brauche es hier klare Fristen für die Verwaltung auf EU-Ebene.
Insgesamt stellt das Wirtschaftsministerium für 2025 und 2026 150 Millionen Euro bereit. Der Industriestrombonus kann ab 13. April 2026 rückwirkend für 2025 beantragt werden. Für heuer stehen dafür 75 Millionen Euro zur Verfügung.
Förderfähig sind nur Unternehmen in gesetzlich definierten Branchen. Darunter fallen etwa die Herstellung von Papier, Karton und Pappe und die Erzeugung von Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen. Voraussetzung ist ein Stromverbrauch von mehr als 1 GWh pro Jahr. 80 Prozent der Fördersumme müssen wieder in Energieeffizienzmaßnahmen fließen.
Es geht um 30.000 Arbeitsplätze
Es wird erwartet, dass rund 60 Unternehmen den Industriestrombonus beantragen. Damit werden Unternehmen unterstützt, in denen insgesamt rund 30.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. „Wir bringen den Industriestrombonus an den Start, um die Deindustrialisierung zu stoppen und Arbeitsplätze zu sichern. Denn beim Industriestrombonus geht es nicht nur um die energieintensive Industrie, die aktuell durch die hohen Energiepreise unter Druck steht. Es geht auch um die vielen Zulieferbetriebe und um tausende Arbeitsplätze, die an einer starken Industrie hängen – und damit um die Lebensgrundlage vieler Familien in unserem Land.“
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