Lösung gefunden

Neues Zuhause soll Kremser Taubenplage entschärfen

Niederösterreich
14.09.2026 18:00

Bis Ende Oktober soll in einem zentral gelegenen Parkdeck in Krems in Niederösterreich ein betreuter Schlag für 250 bis 300 Vögel entstehen. Gipseier und geeignetes Futter sollen ihren Bestand langfristig reduzieren – und zugleich öffentliche Plätze sowie Gebäude schützen.

Die Tauben sorgen in Krems seit Monaten für Diskussionen. Vor allem rund um den Bahnhof führen Kot, Geruchsbelästigung und verschmutzte Flächen immer wieder zu Beschwerden. Nun soll der bereits angekündigte Taubenschlag tatsächlich umgesetzt werden.

Bereich bleibt für Öffentlichkeit gesperrt
Untergebracht wird die Anlage in einem zentral gelegenen Kremser Parkdeck. Kleinere Arbeiten sind bereits angelaufen, bis Ende Oktober soll alles fertig sein. Für die Öffentlichkeit wird der Bereich nicht zugänglich sein.

Der Standort wurde bewusst gewählt: Die Tiere sollen das neue Quartier gut anfliegen können, zugleich befindet es sich in der Nähe eines besonders betroffenen Stadtgebiets. Tierschutzstadtrat Christoph Hofbauer (FPÖ) rechnet damit, dass dort künftig 250 bis 300 Tauben versorgt werden können.

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Für mich ist dieser Taubenschlag ein echtes Herzensprojekt. Der Weg dorthin war nicht immer einfach und mit einigen Hürden verbunden.

Christoph Hofbauer, Tierschutzstadtrat in Krems

Eier werden gegen Attrappen ausgetauscht
Im Schlag erhalten die Vögel geeignetes Futter, Betreuung und sichere Nistplätze. Die gelegten Eier werden zur Bestandskontrolle gegen Gipsattrappen ausgetauscht. Damit soll die Population langfristig und tierschutzgerecht reduziert werden.

Ein Fütterungsverbot in der Umgebung soll die Tiere zusätzlich an das neue Quartier binden. Dadurch sollen öffentliche Plätze und Fassaden weniger stark durch Taubenkot verschmutzt werden.

Neuer Verein übernimmt Betreuung
Für den Betrieb wurde eigens der Verein „Stadttaubenhilfe Krems“ gegründet. Dessen Mitglieder sollen die Anlage ehrenamtlich mehrmals pro Woche aufsuchen, die Tiere füttern, die Nistplätze kontrollieren und die Eier austauschen. Die Stadt stellt nach Angaben Hofbauers alles dafür Notwendige zur Verfügung.

Bis zur Umsetzung mussten zahlreiche Fragen geklärt werden. Je nach Taubenart gelten unterschiedliche rechtliche Zuständigkeiten. Auch die ideale Größe, die passende Einrichtung und ein Standort, der von den Vögeln gut angenommen wird, waren Gegenstand der Vorbereitungen.

Politischer Streit über Verschmutzungen
Besonders rund um den Bahnhof hatte die ÖVP zuletzt massive Verschmutzungen kritisiert und ein Maßnahmenpaket gefordert. SPÖ und FPÖ lehnten den Antrag im Gemeinderat ab. Als Begründung wurde auf bereits laufende Gespräche mit Amtstierarzt und Tierschutzorganisationen sowie die Planungen für einen betreuten Taubenschlag verwiesen.

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