Ergebnisse gut, Leistung ausbaufähig: Das ist Kurz-Version der WM-Bilanz von Ralf Rangnick. Der Teamchef zeigte sich am Montag in einer via Pressekonferenz abgehaltenen Analyse in Summe mit dem Abschneiden seiner Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Amerika „nicht zufrieden“.
Wie schon unmittelbar nach dem Turnier im Sommer sprach Rangnick auch am Montag vom fehlenden Losglück. „Wir wussten, dass, wenn wir die Gruppe überstehen, es wahrscheinlich als Zweiter tun würden. Und so kam es dann auch.“ Letztlich sei resultatmäßig alles einigermaßen erwartbar gelaufen. „Wir haben nur gegen den Weltmeister und den Finalisten verloren.“ Dann aber setzte der Teamchef zur Relaitiverung an. „Ich bin ein Teamchef, der nicht nur auf die Ergebnisse achtet, sondern vor allem auf die Leistung, die meine Mannschaft auf dem Platz abruft“, so Rangnick. Und die ließ zu oft zu wünschen übrig.
Zu viele Spieler seien „von ihrem höchsten Leistungsniveau zu weit entfernt“ gewesen. Als löbliche Ausnahmen nannte Rangnick Marcel Sabitzer („Er spielte auf Spitzen-Niveau“) und Torhüter Alexander Schlager („Hat seine Sache gut gemacht“). Aber die Zahlen aus der Analyse hätten ergeben, dass viele „physisch nicht in der Lage waren, die es gebraucht hätte, um die nötige Leistung abzuliefern“. Bei Grillitsch und Wimmer seien die muskulären Probleme bekannt gewesen, einige andere seien „zwar gesund, aber nicht matchfit gewesen“.
Den „alten“ Stil wieder zeigen
Schlussfolgerung: „Ja, es bleibt dabei“, so Rangnick, „wir haben die erste WM-Teilnahme seit 28 Jahren geschafft, den ersten Sieg seit 36 Jahren und haben erstmals seit 44 Jahren die Gruppenphase überstanden. Aber mein Ziel ist es ganz klar, dass wir künftig wieder den Fußball zeigen, für den wir in den letzten Jahren gestanden sind und für den wir auch gefürchtet waren.“
Zu viel Golf?
Bei der Pressekonferenz wurde der Teamchef auch auf die viele Freizeit angesprochen, die er seinen Spielern während der WM gewährt hatte – etliche Golf-Sessions und freie Ausflugstage inklusive. Im Nachhinein betrachtet würde er es in dieser Art und Weise nicht mehr handhaben, gestand er: „Es gab ja vor meiner Zeit auch Lehrgänge, in denen die Spieler gar nicht aus dem Hotel raus durften. Insofern dachten wir, dass es für die Jungs emotional und energetisch nicht verkehrt ist, wenn sie auch einmal ihre Familien treffen dürfen. Aber auch das haben wir sehr kritisch hinterfragt und wir werden das bei der EURO und auch schon bei den kommenden Lehrgängen auf ein anderes Maß reduzieren.
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