



Ein technischer Defekt machte am Wochenende die Evakuierung von Zugpassagieren aus einem Tunnel auf der spektakulären Karwendelbahnstrecke in Tirol notwendig. Mitten in der Nacht! Der Einsatzleiter der Feuerwehr Zirl über die besonderen Herausforderungen und den Sonderalarmplan, der für die Gebirgsstrecke erstellt wird.
Schockmoment für Fahrgäste und Lokführer in der Nacht auf Sonntag im Martinswandtunnel bei Zirl. Wie berichtet, blieb ein Zug gegen 1.30 Uhr wegen eines technischen Defekts im 1,8 Kilometer langen Tunnel stehen. Nichts ging mehr! Elf Personen saßen im Zug fest.
Besondere Sicherheitsvorkehrungen
Feuerwehr Zirl und ÖBB-Mitarbeiter mussten die Festsitzenden evakuieren. Doch es dauerte einige Zeit. „Wir sind gewohnt, schnell zu reagieren, vor Ort zu sein, zu helfen. Aber bei einem Notfall auf einer Zugstrecke gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen“, beschreibt Feuerwehr-Einsatzleiter und Kommandant-Stellvertreter Matthias Wild.
Solche Einsätze sind heikel, weil zuerst die Stromschlaggefahr gebannt sein muss und sicherzustellen ist, dass kein anderer Zug kommt.

Matthias Wild, Feuerwehr Zirl
Bild: FF Zirl
„Solche Einsätze sind heikel, weil zuerst die Stromschlaggefahr gebannt sein muss und sicherzustellen ist, dass kein anderer Zug kommt.“ Ein Notfallkoordinator der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) überwacht stets das Geschehen. „Tunnel sind aufgrund der beengten Platzverhältnisse, der eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten für Einsatzkräfte sowie der Orientierung für Fahrgäste ein besonders anspruchsvoller Einsatzort“, heißt es bei den ÖBB.
Die Karwendelstrecke ist nicht nur einzigartig spektakulär, sondern bei Zwischenfällen auch einzigartig fordernd für die Helfer.




Sonderalarmpläne für besondere Strecke
Wild erinnert an einen großen Murenabgang vor zwei Jahren, der eine längere Sperre zur Folge hatte. „Gerade ist ein Sonderalarmplan im Entstehen. Denn vor allem die Gefahr von Naturereignissen nimmt zu“, erläutert der Feuerwehrmann.
Was seinem 15-köpfigen Team in der Nacht auf Sonntag zugutekam, ist eine Übung, bei der vor einem Jahr genau so ein Szenario durchgespielt wurde.
Heikler Einsatz zum Jubiläum
Die Evakuierung verlief ohne Zwischenfälle. Die Passagiere wurden mit einem dieselbetriebenen Triebwagen sicher zum nächsten Bahnhof gebracht. Gegen 6 Uhr war die Strecke wieder frei und die Feuerwehrleute konnten sich nun ihrem Fest zum 150-Jahr-Jubiläum widmen, das just an diesem Wochenende stattfand.
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