Murenabgänge sorgten am Montagabend für einen Großeinsatz auf der spektakulären Karwendelbahnstrecke in Tirol. Zwei Garnituren wurden von den Geröllmassen teilweise eingeschlossen – eine musste sogar evakuiert werden. Die Verbindung Innsbruck-Seefeld bleibt nun tagelang gesperrt.
Zwei Regionalzüge waren von den Murenabgängen gegen 20 Uhr in unwegsamem Gelände unmittelbar betroffen. Im Zug Richtung Innsbruck saßen insgesamt 21 Personen. „Die Fahrgäste wurden von der Feuerwehr Zirl, der Berufsfeuerwehr Innsbruck, der Bergrettung und der Bergwacht vom Gefahrenbereich evakuiert und anschließend gesammelt von Zirl mit Fahrzeugen zum Westbahnhof nach Innsbruck gebracht“, hieß es.
Andere Garnitur fuhr zurück
Der in Richtung Seefeld fahrende Zug geriet sogar in das Geröll und blieb darin stecken, so die ÖBB. In dieser Garnitur saßen 40 Fahrgäste. „Nach Beurteilung der Situation vor Ort, der Wiederherstellung der unterbrochenen Stromversorgung, der Beseitigung der größten Schäden und einer Kontrolle der Zuggarnitur wurde entschieden, dass die Garnitur bis zum Westbahnhof zurückfahren kann.“ Dort stiegen alle Passagiere gegen 23 Uhr unverletzt aus.
Kein Zugverkehr mehr in dieser Woche
Am Dienstag wurde die Situation vor Ort unter die Lupe genommen. Dabei wurde klar, dass zumindest diese Woche auf der Karwendelbahnstrecke kein Zug mehr rollen wird. „Die Schäden sind beträchtlich“. Die Verbindung zwischen Innsbruck und Seefeld in Tirol bleibt gesperrt – voraussichtlich bis einschließlich 19. August.
„Abhängig vom endgültigen Schadensbild ist auch nicht auszuschließen, dass die Streckensperre verlängert werden muss“, so die ÖBB.
Schienenersatzverkehr eingerichtet
Die Infrastruktur vor Ort müsse nun geprüft und gegebenenfalls saniert werden. Auch Hangsicherungen bzw. die Sanierung der Schutzbauten müssten durchgeführt werden. Abschnittsweise müsse auch die Oberleitung repariert werden. Die ÖBB haben bereits mit den Aufräum- und Wiederherstellungsarbeiten begonnen. Im Bereich Martinswand wird ein Forstweg von Geröll befreit, um den Gleisbereich mit schwerem Gerät erreichen zu können.
Die ÖBB haben zwischen Innsbruck und Seefeld einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Reisende sollen sich vor Abfahrt auf den Kanälen der Bahn informieren.
Schwere Unwetter haben am Montagabend vor allem westlich von Innsbruck – insbesondere im Bereich Zirl und Kematen für Probleme gesorgt. Neben der Karwendelbahnstrecke wurde auch die B171 Tiroler Straße von Muren verlegt – zehn Autos wurden dadurch eingeschlossen.
Mehr als 150 Feuerwehreinsätze
Von Montagabend bis Dienstagfrüh wurden aufgrund der Unwetter insgesamt 153 Einsätze verzeichnet, davon im Bezirk Innsbruck-Land 109. Alleine in der Gemeinde Kematen rückte die Feuerwehr aufgrund der Unwetter 56-mal aus. Insgesamt 47 Feuerwehren waren im Einsatz.
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