Russland hat erstmals nahe der polnischen Grenze die Eisenbahnverbindung der Ukraine mit dem Westen angegriffen. Der Nachtzug entging knapp den Drohnen. Auf diesem Weg gelangen Besucher – darunter auch ich mehrmals – in die Ukraine und zurück, da der Luftraum gesperrt ist.
Der Drohnenangriff war Putins Auftakt zur letzten Wahlkampfwoche. Er dreht auf und spielt den starken Mann. Es geht nicht um eine möglichst hohe Stimmenzahl – die steht längst fest -, sondern um eine möglichst hohe Wahlbeteiligung (unter sanftem Druck). Damit simulieren Diktaturen die Zustimmung des Volkes. Legendär sind die Worte des DDR-Gründers Walter Ulbricht an seine Genossen: „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“
Die Menschen in Russland haben zurzeit zwei Seelen in ihrer Brust. Einerseits haben sie den Krieg in der Ukraine satt, weil das öffentliche Leben immer stärker darunter leidet. Andererseits verfängt die Kremlpropaganda, wonach der Westen einen Krieg gegen Russland führt, um das Land zu zerschlagen. Motto: Alles Böse kommt auf dem Weg von Polen in die Ukraine und das Väterchen wird euch davor schützen.
Die von den Menschen befürchtete militärische Mobilisierung nach der Wahl (von Freitag bis Sonntag) wird schrittweise erfolgen, um keinen Schock auszulösen wie im Sommer 2022, als sie eine Massenflucht ausgelöst hatte.
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