Blaue Vergangenheit

FPÖ gedachte Haider: Strache von Kickl enttäuscht

Innenpolitik
13.09.2026 17:18

40 Jahre nach Jörg Haiders Aufstieg an die Spitze der FPÖ hat die Partei am Samstag in Innsbruck dessen Erbe und ihren eigenen Aufstiegskurs gefeiert. Ein ehemaliger blauer Parteichef fand an diesem Tag keine Erwähnung, nämlich Heinz-Christian Strache. Dementsprechend zerknirscht und gekränkt reagierte der ehemalige Vizekanzler einen Tag danach in den sozialen Medien.

Vor 40 Jahren wurde Jörg Haider in Innsbruck zum Bundesparteiobmann gewählt, er sei „wie ein Wind in einen Laubhaufen gefahren“, nannte der aktuelle FPÖ-Chef Herbert Kickl das am Samstag. Unter dem Titel „Aufbruch zur Spitze“ blickten über 1000 Gäste im Congress verklärt auf 1986 zurück.

Kickl selbst zog Parallelen zwischen Haiders Aufstieg und der heutigen FPÖ. Vor 40 Jahren habe die Partei noch „ums Überleben kämpfen müssen“, heute befinde sie sich im „Vorstoß“. ÖVP und SPÖ würden nur „Regierung spielen“. Für seine Partei sieht er Luft nach oben. „Wir werden den Deckel von 40 Prozent wegsprengen“, so Kickl. 

Am Samstag ließ die FPÖ mit ihrem Frontmann Herbert Kickl den einstigen Parteihelden Jörg Haider ...
Am Samstag ließ die FPÖ mit ihrem Frontmann Herbert Kickl den einstigen Parteihelden Jörg Haider in Innsbruck hochleben.(Bild: APA/EXPA/ JOHANN GRODER)

Strache aus FPÖ ausgeschlossen
Heinz-Christian Strache, der zwischen 2005 und 2019 Chef der Freiheitlichen war und die Blauen 2017 immerhin in die Regierung führte, fand in Kickls Rede keine Beachtung. Nicht ganz verwunderlich, schließlich wurde der Wiener im Dezember 2019 aus Partei offiziell ausgeschlossen. Und um den  internen (blauen) Konflikt um interne Spesenabrechnungen kümmert sich seit Jahren die Justiz. Das Band ist also längst zerschnitten, obwohl Strache auf X (siehe Posting unten) beteuert: „Die Hand zur Aussöhnung wurde mehr als einmal gereicht.“

Doch viel mehr echauffiert sich der 57-Jährige über die Missachtung seiner Person am blauen Jubeltag. „Kickl würdigt völlig zu Recht die 14 Jahre Jörg Haiders und den damaligen Aufstieg der FPÖ. Umso enttäuschender ist es, dass er die darauffolgenden 14 Jahre meiner Obmannschaft und den weiteren, überaus erfolgreichen Aufstieg der FPÖ offenbar einfach aus der eigenen Parteigeschichte ausblendet“, raunzt Strache. 

Vergleich mit Stalin
Für ihn dränge sich eine Frage auf: „Wie groß muss der Schatten eines Vorgängers sein, wenn man meint, ihn aus der Geschichte der eigenen Partei herausradieren zu müssen? Unter Stalin war dies durchaus üblich.“ Geschichte werde nach Ansicht Straches nicht dadurch ungeschehen, „dass man sie nicht erwähnt“. Und politische Größe zeige sich nicht zuletzt darin, „auch die Verdienste jener anzuerkennen, mit denen einen heute vielleicht manches trennt“. 

Von Kickl gibt es bis dato noch keine Reaktion zu den Wortmeldungen Straches.

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