„Krone“ blickt zurück

Die Geschichte der Krise am Linzer Flughafen

Oberösterreich
13.09.2026 13:00

Turbulente Zeiten in Hörsching: Neue Eigentümer sollen den finanziell angeschlagenen Linzer Flughafen aus den roten Zahlen führen. Dabei lief es bis vor wenigen Jahren noch recht gut. Die „Krone“ blickt zurück und nach vorne.

Die Tinte ist trocken, nur die Zustimmung von Landtag, Gemeinderat und Kartellbehörde fehlt noch: Das Land Oberösterreich kauft der Stadt Linz, wie berichtet, ihren 50-Prozent-Anteil am Flughafen um vorerst 1,3 Millionen Euro ab. Der Deal ist der vorläufige Höhepunkt einer turbulenten Zeit in Linz-Hörsching. Die „Krone“ macht einen Blick zurück – und nach vorne.

  • Die 2000er
    Im vorigen Jahrhundert bis hinein in die 2000er geht es mit dem Linzer Flughafen stetig bergauf. Der Höchststand an Passagieren ist im Jahr 2008 mit mehr als 800.000 erreicht. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es rund 260.000.
  • Die Corona-Jahre
    Mit der Pandemie brechen die Passagierzahlen ein, weil der Flugverkehr praktisch zum Erliegen kommt. Damit rutscht der Airport 2020 auch in die Verlustzone und braucht nach und nach seine finanziellen Reserven auf.
  • Juni 2025
    Das führt so weit, dass Land OÖ und Stadt Linz im Juni 2025 schließlich erstmals Geld zuschießen müssen und eine acht Millionen Euro schwere Geldspritze für den Airport beschließen.
  • Oktober 2025
    Es kommt noch dicker, denn im Herbst des Vorjahres stellt die AUA die Strecke nach Frankfurt ein. Grund: Die Verbindung war nicht profitabel und machte laut „Krone“-Infos zuletzt fünf Millionen Euro Verlust.
  • März 2026
    Die dänische Airline DAT nimmt die Linienverbindung Linz-Frankfurt wieder auf – mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Landes OÖ, das innerhalb von vier Jahren dafür bis zu 36 Millionen Euro zuschießt. In den ersten Monaten ist die wiederaufgenommene Strecke zu rund einem Drittel ausgelastet.
  • September 2026
    Vor dem Hintergrund der finanziellen Turbulenzen verhandeln Land OÖ und Stadt Linz über die Airport-Anteile. Das Land wird, vorbehaltlich der Zustimmung aller notwendigen Instanzen, Alleineigentümer.

So geht es weiter
Die Landesregierung will bis zu 49 Prozent der Anteile an private Investoren weiterverkaufen. Der Prozess soll so rasch wie möglich, am besten noch heuer, eingeleitet werden. Parallel dazu steht ein Wechsel in der Airport-Geschäftsführung bevor: Noch-Chef Norbert Draskovits tritt in den Ruhestand, spätestens mit Jahreswechsel übernimmt der deutsche Manager Jörg Ebbighausen die alleinige Geschäftsführung. Auf ihn wartet viel Arbeit ...

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