Kinderärztin warnt:

Selbst gemischte Energydrinks lösen Herzrasen aus

Oberösterreich
11.09.2026 16:59

Energydrinks in Pulverform werden bei Kindern und Jugendlichen immer beliebter. Dabei ist die enthaltene Menge an Koffein oftmals viel zu hoch für die jungen Menschen. Nicht selten landen Teenager nach dem Konsum der selbst gemischten Getränke mit Herzrasen oder gar Panikattacken im Krankenhaus.

Energydrinks in Pulver- und Sirupform werden bei Kindern und Jugendlichen immer beliebter – davor warnt das Linzer Ordensklinikum. Denn das billige Aufputschmittel in der Schultasche kann fatale Folgen haben. Ein handelsüblicher Energydrink enthält auf 250 Milliliter rund 80 Milligramm Koffein.

„Verkaufsverbot zu empfehlen“
Bei einem durchschnittlichen Jugendlichen, der 50 Kilogramm auf die Waage bringt, entspricht der Doseninhalt eines Aufputschmittels fast der Hälfte der empfohlenen Koffeinhöchstmenge pro Tag. Die Energy-Pulver und -Sirupe enthalten pro Portion zwischen 150 und 200 Milligramm. In Österreich gibt es keine Altersbeschränkung für koffeinhaltige Getränke. „Ein Verkaufsverbot an Minderjährige wäre auch bei uns dringend zu empfehlen. Länder wie Norwegen oder Polen haben diesen Schritt bereits gesetzt“, sagt Kinderärztin Claudia Arnreiter vom Ordensklinikum.

Gefahr von Überdosis 
Besonders gefährlich ist es, wenn sich die Jugendlichen ihre Drinks selbst mischen – da kann es leicht zu Überdosierungen kommen. Immer wieder landen Teenager mit Herzrasen, Brustschmerzen oder Atemnot, Angstzuständen und sogar Panikattacken im Spital. Im schlimmsten Fall können Krampfanfälle auftreten. Oft besteht auch Gruppenzwang, solche Drinks zu konsumieren, um „cool“ zu sein.

„Krone“-Kommentar
Solche „Flügel“ sind schwer wie Blei

Selbst- und Leistungsoptimierung liegen voll im Trend. Wer beispielsweise beim Sporteln keine Smartwatch am Handgelenk trägt, die jede Bewegung und den Puls aufzeichnet, wird heutzutage oft schon schief angesehen. Wir sind wie Hamster, die stolz drauf sind, dass sie ihr Rad schneller drehen können. Der Nachwuchs spiegelt dieses Verhalten.

(Bild: Krone KREATIV/Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Oma und Opa werfen sich Vitamine ein, um 130 Jahre alt zu werden, Mama und Papa haben Freizeit-ADHS und dopen sich mit Protein und Kreatin. Die Kinder machen’s nach: Doch solche Drinks bringen keine Energie, sondern bleischwere „Flügel“.

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