„Hit Maschine“

Atombombe überlebt: Rekordspieler stirbt mit 86

Sport-Mix
10.09.2026 19:07
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Japans Baseball trauert um eine seiner größten Legenden. Isao Harimoto, Rekordspieler, Kommentator und Überlebender des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilte laut Nachrichtenagentur AP der Golden Players Club, eine Organisation für Elite-Baseballspieler, mit. Eine Todesursache wurde nicht genannt.

Harimoto begann 1959 seine Profi-Karriere und schrieb in den folgenden Jahrzehnten japanische Baseball-Geschichte. 1980 erreichte er als erster Spieler des Landes die Marke von 3.000 Hits – ein Rekord, den er bis heute hält. Sein Spitzname lautete übersetzt „Hit Maschine“. Bis zu seinem Karriereende 1981 absolvierte Harimoto 2.752 Spiele und schlug dabei 504 Homeruns. Nach seiner aktiven Laufbahn blieb er dem Baseball verbunden und arbeitete als Kommentator.

Schwester starb nach Atombombenabwurf
Harimotos Lebensgeschichte war jedoch weit mehr als nur vom Sport geprägt. Der Sohn koreanischer Eltern war fünf Jahre alt, als er im August 1945 den US-Atombombenabwurf auf Hiroshima überlebte. Seine ältere Schwester befand sich nahe dem Explosionszentrum, erlitt schwere Verbrennungen und starb wenige Tage später.

Isao Harimoto
Isao Harimoto(Bild: AFP/STR)

In einem Interview mit dem Fernsehsender TBS erzählte Harimoto später, dass er ihr schmerzvolles Stöhnen nie vergessen habe. Er selbst verlor bei der Explosion das Bewusstsein und wachte in den Armen seiner blutenden Mutter wieder auf. Schwere Verbrennungen in der Kindheit schränkten zudem die Beweglichkeit seiner rechten Hand stark ein. Harimoto lernte deshalb, linkshändig Baseball zu spielen, und begann bereits in der Grundschule mit dem Sport.

Einsatz für Frieden
Nach seinem Rücktritt engagierte sich Harimoto auch für Frieden und nukleare Abrüstung. Die Folgen des Atombombenabwurfs begleiteten ihn sein Leben lang. „Als Baseballspieler hatte ich immer Angst, dass ich eines Tages Symptome einer durch die Atombombe verursachten Krankheit entwickeln könnte“, sagte Harimoto einmal.

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