Ausgabenbremse

Österreicher fahren auf günstigere Reiseziele ab

Wirtschaft
09.09.2026 18:44

Trotz steigender Preise lassen wir uns den Sommerurlaub nicht nehmen. Doch die Ausgaben pro Person steigen heuer nur um zwei Prozent, weil verstärkt Billigländer wie Bulgarien und Ägypten gebucht wurden, so eine aktuelle Umfrage vom Veranstalter Billa Reisen. Auch für Winter ist die Nachfrage schon groß.

Ihren Sommerurlaub ließen sich heuer 86 Prozent der Österreicher nicht nehmen, so die Umfrage. Sogar bei Haushalten mit knappem Budget (Einkommen bis 2000 Euro monatlich) fuhren 77 Prozent weg. Immerhin 49 Prozent aller Befragten zog es dazu ganz ins Ausland, weitere 15 Prozent hängten zusätzlich auch noch einen Aufenthalt in Österreich an. Und: Gewählt wird dann mehrheitlich eine Unterkunft mit vier oder fünf Sternen.

Ausgaben steigen nur leicht auf 1130 Euro pro Gast
Dennoch sind die Ausgaben pro Reisenden nur um durchschnittlich 2 Prozent auf 1130 Euro gestiegen, so Billa-Reisen-Chef Mark Tantz. Das ist also wesentlich unter der Inflationsrate und weniger als die zweistellige Preissteigerung von Pauschalreisen, die Statistik Austria zuletzt meldete. Grund: „Die Gäste sind verstärkt von Destinationen wie Dubai oder USA auf günstige Ziele umgestiegen. Wachstumsgewinner ist Bulgarien, wo sich Gästezahl und Umsatz bei uns mehr als verdoppelt haben.“ Speziell Familien sowie Partygänger zog es ans Schwarze Meer. Auch bei Ägypten (+36 Prozent) und Tunesien (+22 Prozent) gab es hohe Zuwächse.

Mark Tantz, Chef von Billa Reisen: „Frühbucher boomen, Preis/Leistung gewinnt.“
Mark Tantz, Chef von Billa Reisen: „Frühbucher boomen, Preis/Leistung gewinnt.“(Bild: Dertour Austria)

Zweiter Trend ist, dass verstärkt Frühbucher-Rabatte genutzt werden, mit denen man um bis zu 45 Prozent günstiger fahren kann. Viele buchen laut Statistik im Schnitt 123 Tage voraus, das waren gleich um sechs Tage früher als im Vorjahr. Tantz: „Frühbucher boomen, Preis/Leistung gewinnt. Zudem wählen 55 Prozent der Gäste All-inclusive, weil man da Ausgaben genau kalkulieren kann und keinen Euro mehr am Urlaubsort ausgeben muss.“

Für den Winter rechnet Tantz mit Preiserhöhungen von zwei bis fünf Prozent je nach Zielland. Die Vorausbuchungen seien schon sehr gut, etwa nach Thailand und auf die Malediven. Auch Südafrika und Dominikanische Republik verzeichnen ein zweistelliges Nachfrageplus.

Drei von vier Österreichern „urlaubsreif“
Und obwohl sich drei von vier Österreichern als sehr urlaubsreif einschätzten, ortet Tantz den Wunsch nach mehr Erlebnis im Urlaub sowie nach individuellen Angeboten. 2027 will man daher auch z. B. Pauschal-Rundreisen mit persönlichen Bausteinen anbieten. Dabei hilft der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Planung. Doch auch die Kunden selbst kommen immer häufiger mit durch KI zusammengestellten Reisewünschen, wollen diese aber noch von Profis überprüfen lassen. Auch buchen kann KI noch nicht selbst.

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