IT-Experten warnen

Hacker machen immer öfter Jagd auf unsere Schulen

Tirol
09.09.2026 18:00

Bildungseinrichtungen geraten immer öfter ins Visier von Cyberkriminellen. Mit dem Start des neuen Schuljahres wächst auch die digitale Angriffsfläche. Besonders brisant: Viele Angriffe werden zu spät oder überhaupt nicht erkannt.

Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen stehen massiv unter Beschuss. Das zeigt eine neue Untersuchung von Barracuda Networks, weltweit führendes IT-Sicherheitsunternehmen mit Sitz in Innsbruck.

Benutzerkonten werden gekapert
Fast vier von zehn Bildungseinrichtungen – also 38 Prozent – berichteten von Cyberangriffen mit Lösegeldforderungen, die über E-Mails ihren Anfang nahmen. Beim sogenannten Account Takeover – also der Übernahme fremder Benutzerkonten – lag der Bildungssektor mit 27 Prozent sogar an der Spitze aller untersuchten Branchen. Und insgesamt 77 Prozent der Befragten hatten in den vergangenen zwölf Monaten mit einem E-Mail-Sicherheitsvorfall zu kämpfen.

1200 Phishing-Mails im Schnitt pro Tag
Wie heftig die Angriffswelle ist, zeigen auch andere Daten des Unternehmens. In drei Monaten wurden bei 536 Bildungseinrichtungen weltweit nicht weniger als 58,8 Millionen Phishing-Mails registriert. Das sind im Schnitt rund 1200 betrügerische Mails pro Einrichtung und Tag.

Zitat Icon

Schulen verarbeiten große Mengen potenziell wertvoller Daten, verfügen häufig aber nur über begrenzte Sicherheitsmittel.

Jesus Cordero-Guzman von Barracuda Networks

Und die Angreifer werden immer besser. Künstliche Intelligenz hilft ihnen dabei, täuschend echte Nachrichten zu formulieren. Für die IT-Beauftragten wird es dadurch schwieriger, gefährliche Mails rechtzeitig auszusortieren.

Besonders alarmierend: Befragte aus dem Bildungsbereich gaben viermal häufiger als der Durchschnitt an, gar nicht zu wissen, ob ihre Einrichtung von einem E-Mail-Angriff betroffen war. Und nach einem erfolgreichen Angriff dauert es oft lange, bis wieder Normalbetrieb herrscht. 18 Prozent der Bildungseinrichtungen brauchen dafür bis zu einer Woche.

Cyberkriminelle haben aufgrund von fehlenden Fachkenntnissen und knappen Ressourcen meist leichtes Spiel. Hinzu kommt der Faktor Mensch: 53 Prozent nennen Nutzerverhalten und menschliche Fehler als Ursache für Sicherheitsvorfälle.

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