Nach Gerichtsstopp

Verbund gibt Kampf um Mega-PV-Anlage nicht auf

Oberösterreich
09.09.2026 10:00

Eigentlich schien für die Erweiterung einer riesigen PV-Anlage im Machland längst alles auf Schiene. Doch dann kam die überraschende Wende: Ein Gericht stoppte das Millionenprojekt aus Naturschutzgründen. Beim Verbund will man sich damit nicht abfinden – und prüft nun weitere Schritte. Besonders pikant ist dabei, wofür das betroffene Areal eigentlich gewidmet ist.

Nach einer „g‘mahdn Wies‘n“ sah lange Zeit die Erweiterung einer bereits 2021 in Betrieb genommenen riesigen PV-Anlage beim Kraftwerk Mitterkirchen aus. Der Verbund reichte vor knapp zwei Jahren die Projektunterlagen ein. Geplant war eine Freiflächenanlage mit 6,58 MW Leistung, die mehr als 2200 Haushalte mit Sonnenstrom versorgen kann. Die Bezirkshauptmannschaft Perg erteilte auch grünes Licht für die Stromerzeugung.

Diese Magerwiese ist der Grund für die Untersagung.
Diese Magerwiese ist der Grund für die Untersagung.(Bild: Markus Wenzel)

Landesverwaltungsgericht kappte BH-Entscheidung
Vor knapp einer Woche erfolgte die Wende. Das Landesverwaltungsgericht untersagte aus naturschutzrechtlichen Gründen die Bewilligung. Vorausgegangen war eine Beschwerde von Umweltanwalt Martin Donat, der die Zerstörung einer Magerwiese beklagte. Es seien auch Alternativen für das Projekt vorhanden, wir berichteten.

„Wir bedauern diese Entscheidung schwer“
Dem Verbund als Projektwerber liegt das Urteil noch immer schwer im Magen: „Wir bedauern diese Entscheidung sehr. Wir werden die Entscheidung und mögliche rechtliche Schritte prüfen, um dieses Projekt weiterhin realisieren zu können“, so Pressesprecher Rainer Tschopp zur „Krone“.

Areal ist für den Bau einer PV-Anlage gewidmet
Das Unternehmen sieht in der Entscheidung auch einen Rückschritt bei der Energiewende und dem Ziel, Österreich unabhängiger von Energieimporten aus dem Ausland zu machen. Dafür hätte dieses Projekt einen wesentlichen Baustein geleistet. Tschopp führt auch ein weiteres Argument für die PV-Anlage im Machland an: „Die Anlage ist auf einer künstlich geschaffenen Insel direkt beim Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen geplant. Die unmittelbare Nähe zum Kraftwerk garantiert auch einen Netzanschluss.“ Bemerkenswert ist, dass das rund 5,5 Hektar große Areal im Flächenwidmungsplan der Gemeinde bereits als „Grünland – Sonderausweisung Photovoltaikanlage“ ausgewiesen ist.

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