Seit 20 Jahren wird der Gletscher am Dachstein genau untersucht. Experten betonen, dass man dort dem Klimawandel faktisch zusehen kann. Das Eis schmilzt unaufhörlich und die Landschaft ändert sich enorm. Mit einem Festakt wurde beim Land OÖ über die 20-jährige Gletscherforschung Bilanz gezogen.
Ein Festakt, bei dem es eigentlich nichts zu feiern gab. Seit 20 Jahren nun gibt es das wissenschaftliche Messprogramm am Dachstein-Gletscher. Und die Daten, die man erhalten hat und die Bilder, die vom Gletscher zu sehen sind, sprechen eine deutliche Sprache. In den 20 Jahren seit Bestehen des Programms ging rund ein Quadratkilometer Eisfläche – das sind knapp 150 Fußballfelder – verloren. Zudem schmolz die Hälfte des Eisvolumens – von etwa 150 Millionen Kubikmeter Eis auf heute rund 76 Millionen Kubikmeter Eis. Die mittlere Eisdicke ist von 50 Meter auf 36 Meter gesunken.
Der Dachsteingletscher ist damit einer der am intensivsten untersuchten Gletscher Österreichs und damit auch ein wichtiger Referenzort für den Klimawandel im heimischen Alpenraum.
Die Veränderungen am Gletscher sind deutlich messbar – sie schreiten schneller voran, als wir es lange erwartet haben. Felsflächen treten hervor.
Klaus Reingruber, Leiter oö. Gletschermessprogramm
Infos im Internet
Um die Ergebnisse und die Erfahrungen auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen, kann auf der Homepage dachsteingletscher.info alles ganz genau nachgelesen werden. Eindrucksvolle Animationen zeigen den rapiden Rückgang des Gletschers in den vergangenen 20 Jahren. Man erfährt, wie sich Jahr für Jahr die Lage verändert hat und das nicht zum Besseren. „Ein schneearmer Winter, Hitzewellen und die Schmelze haben das Eis in den vergangenen Jahren massiv ausgedünnt“, sagt Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Festakt anlässlich Jubiläum
Am Dienstag hat man beim Land Oberösterreich trotzdem mit einem Festakt die letzten 20 Jahre Revue passieren lassen. Kaineder begrüßte beim Gletscher Restaurant Schiedlehen auf knapp 2700 Meter Seehöhe Gäste aus Politik, Wissenschaften und Partner, wie die bekannte Gletscherforscherin Andrea Fischer (Österreichische Akademie für Wissenschaften).
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