Seit Jänner gibt es in Oberösterreich eine Gewaltambulanz. Das wie und was allerdings ist weiter umstritten. Vor dem Landhaus in Linz wird deshalb am Mittwoch erneut demonstriert. Organisatoren verweisen auf andere Bundesländer, in denen das Angebot besser sein soll.
Seit Jänner gibt es nach langen Diskussionen in Linz nun endlich eine Gewaltambulanz am Kepler Universitätsklinikum. Doch der Fall einer Transgenderfrau, die von zwei Spitälern abgelehnt und dann im KUK behandelt wurde, sorgt dafür, dass das Thema weiter am Köcheln ist. In der Vorwoche erst hatte der Geschäftsführer des KUK, Meinhard Lukas, angekündigt, dass die Öffnungszeiten ausgebaut werden würden und mehr Personal zur Verfügung stehen soll.
Öffnungszeiten werden ausgebaut
Dennoch wird es heute um 17 Uhr vor dem Landhaus in Linz eine Kundgebung für eine „Gewaltambulanz, die wirklich für alle da ist“, geben. Denn der aktuelle Fall würde zeigen, dass noch immer zentrale Fragen offen seien. „Es ist schön, dass Meinhard Lukas angekündigt hat, dass die Öffnungszeiten ausgebaut werden. Aber es braucht eine 24/7-Versorgung für alle, unabhängig von Geschlecht, Alter oder sexueller Orientierung“, sagt Organisatorin Didem Wenger.
Der Bund unterstützt die Länder bei der Errichtung von Telemedizin, aber Oberösterreich hat diese Mittel noch immer nicht abgerufen. Das verstehe ich nicht.

Didem Wenger, Organisatorin
Bild: zVg
Diskussion um Telemedizin
Sie hatte im Vorjahr mehr als 10.000 Unterschriften für den Aufbau einer Gewaltambulanz gesammelt. Was ihr sauer aufstößt, ist, dass es derzeit – im Gegensatz zu der Gewaltambulanz in Graz – den Einsatz von Telemedizin für eine flächendeckende gerichtsmedizinische Verletzungsdokumentation in Linz noch nicht gibt. Das KUK gab an, dass dies Bundessache sei.
„Der Bund unterstützt die Länder bei der Errichtung von Telemedizin, aber Oberösterreich hat diese Mittel noch immer nicht abgerufen. Das kann ich nicht verstehen und nachvollziehen. Und es ist einfach Landes- und nicht, wie behauptet, Bundessache“, so Didem Wenger.
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