Kepler Uniklinikum

Wichtige Lehren bei Gewaltfällen gegen Frauen

Oberösterreich
04.09.2026 16:00

Am Kepler Uniklinikum wurde nach zwei Fällen, an denen Frauen nach Gewalttaten möglicherweise unzureichende geholfen wurde, Ursachenforschung betrieben. Es kommt nun mehr Personal für die Gewaltambulanzen und die Öffnungszeiten werden ausgeweitet.

Die Fälle zweier Vergewaltigungsopfer (eine davon eine Transgender-Frau), die gar nicht oder möglicherweise nicht schnell genug in Krankenhäusern in Linz betreut wurden, hat das Kepler Uniklinikum zum Anlass genommen „alles penibel aufzuarbeiten“, wie Geschäftsführer Meinhard Lukas betont. In der Ursachenforschung und Fehleranalyse sei man zur Erkenntnis gekommen, dass aus ärztlicher Sicht alles richtig gemacht wurde. „Aber natürlich wollen wir daraus lernen“, sagt Lukas.

Falsche Vorstellungen
Der aber auch betont, dass die öffentliche Wahrnehmung, was denn nun eine Gewaltambulanz sei und könne, ausbaufähig sei und womöglich auf einem Missverständnis basiert. „Wir haben hier keinen 24-Stunden-Betrieb. Und in der Ambulanz wird vor allem forensische Arbeit gemacht“, so Lukas. So werden hier Spuren von Gewalt in enger Abstimmung mit den Fachärzten sichergestellt. Denn Gewaltopfer hätten ganz unterschiedliche Verletzungen, die behandelt werden müssen.

Auch Portiere wurden ins Team genommen
Als direkte Konsequenz aus jenem Fall, bei dem eine offenbar vergewaltigte Obdachlose im Jahr 2025 am Eingang abgewiesen worden war, werden künftig auch Portiere in die Gewaltschutzteams eingebunden und entsprechend geschult. Diese Teams gibt es auf Initiative von Monika Kern, Leiterin der Abteilung Klinische Sozialarbeit, bereits seit 2019 an allen drei Standorten des Kepler Universitätsklinikums.

Darüber hinaus sollen die Öffnungszeiten der Gewaltambulanz ausgeweitet und zusätzliches Personal eingestellt werden. „Unser Haus steht allen Gewaltopfern immer offen. Sie werden hier betreut und versorgt“, betont Lukas.

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