„Krone“-Gastkommentar

Schuldenkrieg

Kolumnen
07.09.2026 11:00

Vierzigtausend Milliarden Dollar sind eine kaum vorstellbare Dimension. Nun haben die Staatsschulden der USA diese Schwelle überschritten: 40 Billionen Dollar. Noch zur Jahrtausendwende lag die Verschuldung unter 6 Billionen Dollar, vor 10 Jahren unter 20 Billionen. Zum Vergleich: Die Goldreserven der USA – im Übrigen die mit Abstand größten der Welt – haben aktuell einen Wert von 1,2 Billionen Dollar. Selbst alles Gold der Welt (etwa 32 Billionen Dollar) könnte den Schuldenberg der USA nicht zur Gänze abbauen. Aus diesem Grund will ich keine US-Staatsanleihen mehr besitzen.

Das weiß auch China, der stärkste Rivale der USA im Ringen um die globale Vormachtstellung. Noch 2013 war China der größte ausländische Gläubiger der USA und hielt US-Staatsanleihen im Wert von 1317 Milliarden Dollar. Damit finanzierten die Chinesen nicht zuletzt die Kaufkraft der Amerikaner, damals die wichtigsten Abnehmer chinesischer Waren. Mit dem von Donald Trump 2018 ausgelösten Handelskrieg begann China, US-Papiere massiv abzubauen und seine Goldreserven aufzustocken.

Heute ist Japan der größte ausländische Inhaber von US-Staatsanleihen und zugleich einer der wichtigsten Verbündeten der USA. Auch Staaten wie Israel, Großbritannien und Saudi-Arabien haben ihre Bestände deutlich erhöht. De facto haben sie damit im Handelskrieg ihre Seite gewählt und sich das Wohlwollen der USA gesichert: wirtschaftlich, politisch und moralisch.

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