„Blitzwahl“ regt auf

Wirbel im ÖVP-Bund: „Zustände wie in Nordkorea!“

Innenpolitik
03.09.2026 20:00

Die Kammer-Spiele gehen weiter – nur diesmal in Niederösterreich. Nach dem Wirbel um Walter Ruck sieht sich nun auch sein langjähriger Wegbegleiter Wirtschaftskammer-Präsident und Wirtschaftsbund-Obmann Wolfgang Ecker mit Rücktrittsaufforderungen konfrontiert. Bei seiner geplanten Ruckzuck-Wiederwahl gibt es einen früheren Termin, weniger Wähler und reichlich Unruhe ...

Erst erschütterte der Fall Harald Mahrer die Wirtschaftskammer. Dann sorgte die Affäre um Walter Ruck für Schlagzeilen. Zum Ende des Sommers gerät jetzt Niederösterreichs Kammer- und Wirtschaftsbundchef Wolfgang Ecker in die Kritik.

„Zustände wie in Nordkorea“
Die Vorwürfe seiner Mitstreiter wiegen schwer. Ecker soll seine Wiederwahl als Obmann des Wirtschaftsbundes vorverlegt haben, um seine Macht zu erhalten und etwaige Gegenkandidaturen zu erschweren. „Es sind Zustände wie in Nordkorea“, wird kritisiert. Regulär hätte die Wahl erst nächstes Frühjahr abgehalten werden müssen – nun findet sie am 17. September statt – mit weniger Delegierten. „Die Vorverlegung erfolgte bewusst, um eine Kollision mit der 2027 beginnenden Vorwahlzeit zur Landtagswahl zu vermeiden“, kontert der ÖVP-Bund. Gewählt wird in Niederösterreich aber bekanntlich erst im Jahr 2028. Gegenkandidaten müssten laut „Krone“-Infos durch den Parteivorstand, oder mindestens sieben Bezirksgruppen nominiert werden.

Topverdiener treten weniger ab
Die Unzufriedenheit einiger Mitstreiter im ÖVP-Bund keimt allerdings ohnehin länger. Im Juli des Jahres 2025 kam es für die „Doppelfunktionäre“, also Wirtschaftsbündler, die auch Kammerbezüge erhalten, zu einer Änderung der Fraktionsabgabe. Auf Anfrage der „Krone“ warum wenige Spitzenfunktionäre (wie Ecker) nur zehn Prozent ihrer Kammerbezüge, weniger hochdekorierte Funktionäre aber 15 Prozent an den Parteibund zurücküberweisen müssen, heißt es: „Ziel war es, für mehr Vergleichbarkeit und Fairness zu sorgen.“

(Bild: zVg)

Umstände, die lang gedienten Spitzenfunktionären sauer aufstoßen. Eine an Ecker gerichtete Whats-App-Nachricht eines solchen Funktionärs liegt der „Krone“ vor und hat es in sich. „Du solltest für Jüngere Platz machen“, heißt es darin. Nachrichten „offenbar frustrierter Altfunktionäre“ wolle man beim ÖVP-Bund aber nicht kommentieren. 

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