Für Schüler, Lehrlinge

Was hinter Preissprung bei Öffi-Tickets steckt

Tirol
05.09.2026 07:00

Seit 1. September sind Öffi-Tickets für Schüler und Lehrlingen zum Teil empfindlich teurer geworden. In einer Kategorie sogar um rund 51 Prozent. Was hinter dem österreichweiten Preissprung steckt und wie in Tirol die Grünen Änderungen erwirken möchten. 

Der Start ins neue Schul- oder Lehrjahr beginnt für junge Öffi-Nutzer mit einer unschönen Überraschung. Seit 1. September sind vor allem die Schul- und Lehrtickets für junge Menschen empfindlich teurer. Die Variante für den Weg zwischen Wohnort und Schule bzw. Lehrstelle kostet neuerdings 29,60 Euro. Das sind rund 51 Prozent mehr als im Vorjahr mit 19,60 Euro.

Teurer wurde in Tirol auch das „All-Inclusive-Jahresticket“, das für das gesamte Bundesland gilt. Das schlägt jetzt mit 112,60 Euro zu Buche. Bisher kostete es 99,80 Euro. Die knapp 13 Prozent Steigerung kommt im Vergleich zu den normalen Schul- und Lehrtickets moderat daher. Doch auch das ein saftiger Preissprung. Kein Trost ist es da, dass die Ticket-Preise für die Jungen auch in anderen Bundesländern stark angezogen haben.

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Die Geltungsbereiche für Schul- und Lehrticket gehen an der Lebensrealität vieler Familien vorbei. Das muss sich ändern. 

Zeliha Arslan, Bildungssprecherin Grüne Tirol 

Starre Regelung „an der Lebensrealität vorbei“
Der Unmut bei vielen Familien ist groß. Scharfe Kritik kommt von den Grünen. „Gerade jetzt wäre es eine konkrete Entlastung gewesen, auf diese Preiserhöhungen zu verzichten. Stattdessen müssen Familien erneut tiefer in die Tasche greifen“, reagieren Bildungssprecherin Zeliha Arslan und Verkehrssprecher Gebi Mair erbost.

Arslan nennt eine zusätzliche „Unsinnigkeit“: „Das klassische Schulticket gilt nur von der Heimadresse bis zur Schule, und geht an der Lebensrealität vieler Familien vorbei, wenn etwa Eltern getrennt leben oder die Nachmittagsbetreuung in einer anderen Schule oder bei Großeltern erfolgt und deshalb Kinder unterschiedliche Wege haben. Für Lehrlinge ist der Weg zur Berufsschule ebenfalls nicht eingebunden.“ Über einen Antrag im Landtag möchte Arslan Änderungen erwirken und eine mögliche Ratenzahlung fürs Tirol-Ticket. „Weil gerade zu Schulbeginn Entlastung notwendig ist.“

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Der Verkehrsverbund Tirol hat die Tarifanpassung fürs neue Schuljahr moderat gehalten. Die Erhöhung des Selbstbehaltes liegt außerhalb unseres Einflussbereichs.

Stellungnahme VVT

Bund als Verursacher der Teuerung
Doch warum der enorme Preisschub? Dieser liege nicht im Einflussbereich des Verkehrsverbunds Tirol (VVT), heißt es dort. Vielmehr habe der Bund den Selbstbehalt erhöht – daher die Teuerung. Im Ministerium wird erklärt, dass der Selbstbehalt für Schulfahrten seit 1996 nicht erhöht wurde und trotz jetziger Anpassung die Ausgaben nicht decke.

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