Anschlag vermutet:

Brandangriff in Bayern auf Rüstungsunternehmen

Ausland
03.09.2026 09:32

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) ermittelt aktuell wegen eines mutmaßlichen Anschlagsversuchs auf den Technologie- und Rüstungskonzern Rohde & Schwarz in München. In der Nacht auf Donnerstag wurden aus einem fahrenden Wagen mehrere Brandsätze auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale geworfen.

Ein aufmerksamer Zeuge hatte beobachtet, wie die Brandsätze gegen Mitternacht vor einen Erweiterungsbau der Firma geworfen wurden und wählte den Notruf. Einer der geworfenen Brandsätze entzündete sich, das Feuer konnte jedoch rasch gelöscht werden.

Täter festgenommen
Zwei Verdächtige – ein Mann (28) und eine Frau (38) mit bulgarischer Staatsbürgerschaft – wurden an einer Tankstelle in der Nähe des Tatorts festgenommen. Das LKA Bayern vermutet einen politisch motivierten Hintergrund und hat die Ermittlungen übernommen.

In München sollen Brandsätze auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale geworfen worden sein.
In München sollen Brandsätze auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale geworfen worden sein.(Bild: Google Maps)

Die Polizei hatte nach dem Vorfall eine Straße in unmittelbarer Nähe des Münchner Ostbahnhofs (Stadtteil Berg am Laim) weiträumig abgeriegelt. Es soll keine Verletzten geben, der Sachschaden ist gering.

Sabotageakt vermutet
Ermittler prüfen nun intensiv die Hintergründe der beiden Tatverdächtigen sowie mögliche Netzwerke oder Auftragsgeber – insbesondere im Hinblick auf Sabotageakte gegen die Sicherheits- und Rüstungsindustrie. 

Kriminaltechniker untersuchen zudem den zweiten, von der Polizei gelöschten/entschärften Brandsatz auf DNA-Spuren und chemische Zusammensetzung. Bekennerschreiben gibt es keines, die Vernehmungen der Verdächtigen laufen.

Bereits 2021 Zwischenfall
Medien verweisen darauf, dass es nicht der erste Zwischenfall in dem Areal ist. Bereits im Jahr 2021 gab es in unmittelbarer Nähe des Standorts Sabotageakte auf Stromleitungen.

Das Unternehmen betonte in einer ersten Reaktion, dass das eigentliche Betriebsgelände und die Gebäude der Firmenzentrale unangetastet blieben. Der Vorfall beschränkte sich auf die davor liegende Baustelle.

Rohde & Schwarz ist nicht nur im Rüstungsbereich tätig, sondern auch ein Elektronik- und Technologiekonzern und Weltmarktführer in verschiedenen Segmenten der Hochfrequenz- und Messtechnik.

In den Bereichen Verteidigung und Sicherheit stellen sie etwa abhörsichere Funk- und Netzwerksysteme her sowie Systeme zur Ortung und Erfassung von Funksignalen, Radar und Drohnen. Verschlüsselungstechnologien für Streitkräfte, Behörden und kritische Infrastrukturen sind ebenfalls Teil des Repertoires.

Mehr Druck und große Anspannung
Die Sicherheitslage in Deutschland zeigt sich in diesen Tagen angespannt. Eine Serie an Vorfällen sorgt für Unruhe und lässt den Druck auf Behörden spürbar steigen. Erst in den vergangenen Tagen sorgten mutmaßliche Sabotageakte gegen Stromnetze und Umspannwerke – unter anderem in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen – für Alarmbereitschaft, während zeitgleich die Ereignisse rund um einen fehlgeschlagenen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle Sicherheitsdebatte anheizen.

Die deutsche Bundesregierung hat offiziell Russland als Drahtzieher hinter den Vorfällen in Leipzig verantwortlich gemacht.

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