Erweitertes Kraftwerk

Vor dem Probebetrieb steigt die Spannung im Kühtai

Tirol
03.09.2026 10:00

2021 startete die Tiwag das Milliardenprojekt „Erweiterung Kraftwerk Kühtai“, nun steht man kurz vor dem Probebetrieb. Am Samstag ist „Tag der offenen (unfassbaren) Baustelle“.

Medienleute durften – wie immer – zuerst hinter den Vorhang, und was dieser verbirgt, lässt die Kinnlade offen bleiben. Nach dem Loch im „steinernen“ Vorhang tut sich unterirdisch eine riesige Halle auf, Kaverne genannt. Dort, im Herzen des Großprojektes, sind seit Monaten umfangreiche Test- und Inbetriebsetzungsarbeiten im Gange. „Kühtai 2“ ist für den Pumpspeicherbetrieb konzipiert.

Das bedeutet, dass das Wasser vom neuen Stausee bei Stromüberschuss in den höher gelegenen Speicher Finstertal gepumpt werden kann.

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Seit Mitte Juni läuft das sogenannte Einstauprogramm.

Projektleiter Klaus Feistmantl

Nach Supercheck startet Probebetrieb im Oktober
Herzstück sind zwei reversible Pumpturbinen, die sowohl Strom im Turbinenbetrieb erzeugen als auch die Pumpfunktion übernehmen können. „Diese Technologie ermöglicht einen besonders flexiblen und effizienten Betrieb und ist ein wichtiger Baustein für die Integration erneuerbarer Energien aus Wind und Fotovoltaik in das Stromsystem“, erläutert Tiwag-Projektleiter Klaus Feistmantl. Im Zuge der laufenden Prüf- und Testprogramme werden sämtliche Anlagenteile unter realen Betriebsbedingungen auf Herz und Nieren getestet. 

Nur wenn alles positiv verläuft, werde man Anfang Oktober erstmals 45 Kubikmeter Wasser in der Sekunde auf die Turbinen prasseln lassen und somit den Probebetrieb starten. Ein feierlicher Tag, ist doch Österreichs größtes Kraftwerksprojekt mit einer Investitionssumme von insgesamt 1,13 Milliarden Euro in der Zielgeraden. 

Ein aufwendiger Kontrollstollen
Ein aufwendiger Kontrollstollen(Bild: Hubert Daum)

Tag der offenen Baustelle für alle am Samstag
Aber auch oberirdisch muss alles passen. Für die jährliche Mehrproduktion von 216 Millionen kWh müssen im neuen Speichersee 31 Millionen Kubikmeter Wasser gestaut werden. „Seit Mitte Juni läuft das sogenannte Einstauprogramm“, klärt Feistmantl auf. In einem Zeitraum von eineinhalb Jahren wird der Speicher etappenweise befüllt.

Am kommenden Samstag (8.30 bis 16 Uhr) werden am „Tag der offenen Baustelle“ für alle Besucher die Kulissen gelüftet. Neben spannenden Einblicken warten Stationen zum Staunen, Lernen und Mitmachen. Darüber hinaus gibt’s Infos über die ökologischen Begleitmaßnahmen. Kostenlose Bustransfers ab Innsbruck (Heiliggeiststr-Südbahnstr.) und Ötztal Bahnhof werden angeboten.

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