Polizei bestätigt:

Bekennerschreiben zu Anschlag auf Umspannwerk

Ausland
03.09.2026 18:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit Donnerstag gibt es neue Hinweise darauf, wer hinter dem Anschlag auf ein Umspannwerk in Brandenburg stecken könnte. Die deutschen Behörden vermuten einen Sabotage- oder sogar Terrorakt, nun ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. 

Die Authentizität des Schreibens werde derzeit überprüft und sei Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Aus ermittlungstaktischen Gründen würden keine weiteren Angaben gemacht.

Kein größerer Stromausfall
Bei dem Anschlag am Dienstag auf ein Umspannwerk in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde hatten Unbekannte versucht, mit selbst gebauten Flugkörpern einen Kurzschluss und einen großflächigen Stromausfall auszulösen.

Dazu schossen sie leitfähiges Material in das Umspannwerk. Ein Kraftwerksblock fiel daraufhin kurzzeitig aus, ein größerer Stromausfall wurde jedoch verhindert.

„Gefahr für kritische Infrastruktur“
Das deutsche Innenministerium warnte dennoch am Donnerstag, dass aktuell eine hohe Gefahr für kritische Infrastruktur bestehe: „Grundsätzlich sind jedoch die Betreiber für den Schutz ihrer jeweiligen Einrichtungen verantwortlich“, sagte ein Sprecher. Die Sicherheitsbehörden des Bundes unterstützten die Unternehmen dabei.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz informiere mögliche Betroffene unter anderem mit Sicherheitshinweisen für die Wirtschaft. Hinzu kämen regelmäßige Sicherheitsbriefings und Gespräche mit einzelnen Branchen. Dabei stellten die Behörden auch die aktuelle Gefährdung durch Sabotage dar.

Noch keine konkreten Vorgaben für Betreiber
Konkrete Vorgaben für Betreiber stehen allerdings noch aus. Das im März 2026 in Kraft getretene Kritis-Dachgesetz legt erstmals bundesweit und branchenübergreifend Mindestanforderungen für den physischen Schutz kritischer Infrastruktur fest. Die dafür notwendigen Rechtsverordnungen hat die deutsche Bundesregierung bisher nicht vorgelegt. Einen Zeitplan nannte das Innenministerium auf Nachfrage nicht. „Die Bundesregierung arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung des Kritis-Dachgesetzes“, erklärte der Sprecher.

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