Bekennerschreiben:

„Strom aus fossilen Brennstoffen ist Verbrechen“

Ausland
03.09.2026 20:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit Donnerstag gibt es neue Hinweise darauf, wer hinter dem Anschlag auf ein Umspannwerk in Brandenburg stecken könnte. Die deutschen Behörden vermuten einen Sabotage- oder sogar Terrorakt, nun ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. 

Die Authentizität des Schreibens werde derzeit überprüft und sei Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Aus ermittlungstaktischen Gründen würden keine weiteren Angaben gemacht.

Deutsche Medien zitierten aus dem Schreiben, welches per Post an die Polizei gegangen sein soll: „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht.“ Die „taz“ berichtete unter Berufung auf Behördenquellen, dass es sich um einen handschriftlich verfassten Brief handeln soll, in dem sich ein Einzeltäter zu dem Sabotageakt bekennt. 

Kein größerer Stromausfall
Bei dem Anschlag am Dienstag auf ein Umspannwerk in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde hatten Unbekannte versucht, mit selbst gebauten Flugkörpern einen Kurzschluss und einen großflächigen Stromausfall auszulösen.

Dazu schossen sie leitfähiges Material in das Umspannwerk. Ein Kraftwerksblock fiel daraufhin kurzzeitig aus, ein größerer Stromausfall wurde jedoch verhindert.

„Gefahr für kritische Infrastruktur“
Das deutsche Innenministerium warnte dennoch am Donnerstag, dass aktuell eine hohe Gefahr für kritische Infrastruktur bestehe: „Grundsätzlich sind jedoch die Betreiber für den Schutz ihrer jeweiligen Einrichtungen verantwortlich“, sagte ein Sprecher. Die Sicherheitsbehörden des Bundes unterstützten die Unternehmen dabei.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz informiere mögliche Betroffene unter anderem mit Sicherheitshinweisen für die Wirtschaft. Hinzu kämen regelmäßige Sicherheitsbriefings und Gespräche mit einzelnen Branchen. Dabei stellten die Behörden auch die aktuelle Gefährdung durch Sabotage dar.

Noch keine konkreten Vorgaben für Betreiber
Konkrete Vorgaben für Betreiber stehen allerdings noch aus. Das im März 2026 in Kraft getretene Kritis-Dachgesetz legt erstmals bundesweit und branchenübergreifend Mindestanforderungen für den physischen Schutz kritischer Infrastruktur fest. Die dafür notwendigen Rechtsverordnungen hat die deutsche Bundesregierung bisher nicht vorgelegt. Einen Zeitplan nannte das Innenministerium auf Nachfrage nicht. „Die Bundesregierung arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung des Kritis-Dachgesetzes“, erklärte der Sprecher.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung