Hilfe statt Verbannung

Wärmestube soll den Bahnhof in Innsbruck entlasten

Tirol
03.09.2026 08:00

Der „Krone“- Lokalaugenschein hat die Sicherheitsdebatte rund um den Innsbrucker Bahnhof neu entfacht. Nun fordern die Grünen mehr Sozialarbeit vor Ort statt Vertreibung.

Die FPÖ und die Liste Fritz kritisieren die Situation am Bahnhof bereits seit Längerem und fordern mehr Sicherheit für die Fahrgäste – die „Krone“ berichtete. Auch die Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan von den Grünen sieht Handlungsbedarf.

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Vertreibung bringt nichts. Die Menschen müssen betreut werden. Es braucht ein gezieltes Angebot.

Zeliha Arslan, Landtagsabgeordnete der Grünen

Bereits 2025 stellte sie einen Antrag für „Sichere Bahnhöfe“. Da laut Arslan seither nichts passiert sei, möchte sie deshalb im Oktober einen neuen Antrag einbringen. Darin werde sie vor allem „eine Sozialarbeit am Bahnhof fordern“, betont sie.

Eine Wärmestube vor Ort könnte laut den Grünen die Situation am Innsbrucker Hauptbahnhof ...
Eine Wärmestube vor Ort könnte laut den Grünen die Situation am Innsbrucker Hauptbahnhof verbessern.(Bild: Christof Birbaumer)

Beratung, Mahlzeiten und auch Duschen vor Ort
Als Vorbild nennt die Politikerin den Frankfurter Bahnhof. Statt obdachlose oder drogenabhängige Menschen zu vertreiben, soll ihnen gezielt geholfen werden. Sie schlägt eine Wärmestube vor Ort vor, die etwa Beratung, Essen und Duschmöglichkeiten bietet. „Es gibt immer mehr Obdachlose mit psychischen Problemen und auch wenn diese einem vielleicht nichts tun, lösen sie ein Gefühl der Unsicherheit aus. Diesen Menschen muss auf jeden Fall geholfen werden“, betont Arslan.

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Es gibt immer mehr Obdachlose mit psychischen Problemen und auch wenn diese einem vielleicht nichts tun, lösen sie ein Gefühl der Unsicherheit aus.

Zeliha Arslan, Landtagsabgeordnete der Grünen

ÖBB verweisen auf bereits umgesetzte Maßnahmen
Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Polizei verweisen auf Maßnahmen, die bereits umgesetzt worden seien. Security-Mitarbeiter der ÖBB seien täglich rund um die Uhr im Einsatz. Ergänzt werde das Sicherheitskonzept durch Videoüberwachung, bessere Beleuchtung und gemeinsame Rundgänge mit der Polizei. Dabei sollen sie nicht nur auf Vorfälle reagieren, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöhen. Auch die Polizei betont ihre Zusammenarbeit mit den ÖBB.

Eine helle Beleuchtung sorgt für mehr Sicherheitsgefühl am Bahnhof.
Eine helle Beleuchtung sorgt für mehr Sicherheitsgefühl am Bahnhof.(Bild: Nicole Sehabi)

Laut Polizei keine Änderung bei den Deliktzahlen
Christoph Kirchmair, Leiter des Kriminalreferates in Innsbruck, erklärt zudem, dass sich die Deliktzahlen nicht wesentlich verändert haben: „Hier unterscheidet sich die objektive Wahrnehmung der Kriminalitätslage von der subjektiven Wahrnehmung der Fahrgäste. Im Laufe der Jahre hat man mehr polizeiliche Präsenz gezeigt, aber man könne daraus nicht einen Anstieg der Delikte ableiten.“ Eine stärkere Präsenz könne vielmehr dazu führen, dass mehr Delikte entdeckt oder angezeigt werden. Das heiße aber nicht zwangsläufig, dass mehr Straftaten begangen worden seien.

Statistikzahlen hält Arslan hier ohnehin für zweitrangig: „Menschen fühlen sich am Bahnhof unwohl. Gegen dieses Gefühl kann auch die Polizei nichts tun.“

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