Eine 54-jährige Ungarin schlich sich im Burgenland und Niederösterreich in Häuser und ließ Bargeld und Schmuck mitgehen. In Ollersdorf stieß sie die Hausbesitzerin (86) auf der Flucht zu Boden. Der Beweggrund für die Taten klingt abenteuerlich.
Die Ungarin, die sechs einschlägige Vorstrafen zu Buche stehen und in Summe bereits drei Jahre Haft hinter sich gebracht hat, bekennt sich am Landesgericht Eisenstadt vollinhaltlich schuldig.
Geld und Schmuck aus unversperrtem Haus gestohlen
Ja, sie ist im Jänner in Ollersdorf in ein Einfamilienhaus eingedrungen, hat fünf Goldketten eingesteckt und beim Weggehen die Besitzerin (86) niedergestoßen.
Ja, sie hat im März aus einem unversperrten Haus in St. Leonhard 640 Euro in bar und Schmuck im Wert von 20.000 Euro mitgehen lassen.
Ja, sie hat im April in Hochstraß 300 Euro an sich genommen. Der Hausbesitzer lief ihr nach. Eingespielt wird ein Foto, auf dem ihm die Diebin den Mittelfinger zeigt. Sie soll den Pfefferspray gezückt haben.
Überführt wurde die Täterin anhand besagter Fotos, Mautdaten, Rufdatenerfassung und DNA-Spuren.
Der teure Arzt in Bukarest
Die Vorsitzende des Schöffensenats will die Beweggründe der 54-Jährigen erfahren, die laut eigenen Angaben 3500 Euro netto im Monat zur Verfügung hat sowie ein Haus und zwei Autos ihr Eigentum nennt.
„Ich habe die Sorgepflicht für meine drei Enkel. Der älteste ist geistig beeinträchtigt.“ Ihr „Liebhaber“ habe versprochen, dass ihn ein Arzt in Bukarest heilen könne. Aber das sei sehr teuer. „Also habe ich ihm alles gegeben, auch die Beute.“ Nach dem letzten Coup habe sie nie wieder von ihm gehört. „Er hat mich übers Ohr gehaut. Ich bin enttäuscht.“
„Ich werde den Schaden gutmachen“
Das Urteil – zwei Jahre Gefängnis wegen räuberischen Diebstahls – ist rechtskräftig. Vier Monate U-Haft werden angerechnet. Die Frau verspricht, den Schaden in voller Höhe gutzumachen. Wie sie das anstellen will? „Das weiß ich noch nicht. Irgendwann überweisen halt.“
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