Im Iran bekommen immer extremer werdende Stimmen zunehmend Gehör: Ein Politiker des ultrakonservativen Lagers hat nun Präventivschläge gegen US-Einrichtungen am Persischen Golf gefordert.
Angesichts von Berichten über geringe Munitionsvorräte, hohe Spritpreise und die bevorstehenden Kongresswahlen in den USA sei „der Feind“ um einen Abbau der Spannungen bemüht, schrieb der Abgeordnete Mahmoud Nabavian, der als einflussreiche Stimme der Fundamentalisten gilt, am Dienstag auf X.
„Jetzt ist der beste Zeitpunkt für einen präventiven Angriff auf US-Interessen in der Region, um sie zum Rückzug zu zwingen und die Blockade zu brechen“, schrieb Nabavian weiter. Diese Gelegenheit nicht zu nutzen führe zu Schaden, fügte er hinzu.
Rund ein halbes Jahr nach Beginn steckt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran in einer Sackgasse. US-Präsident Donald Trump will den Iran mit einem „Wirtschaftskrieg“ unter Druck setzen.
Am Wochenende war der Krieg erstmals seit Wochen am Persischen Golf mit gegenseitigen Angriffen wieder militärisch eskaliert. Auch in der Nacht auf Dienstag kam es zu neuerlichen Vorfällen, ein Öltanker sei angegriffen worden. Er sei während der Ausfahrt aus der Meerenge von „drei unbekannten Geschossen“ getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO).
Schifffahrt bricht erneut ein
Im Zuge der neuerlichen Eskalation sei auch wieder der ohnehin geringe Handelsverkehr in der Meerenge eingebrochen. Die Marktdatenanalyse-Plattform Kpler berichtete von lediglich fünf Überfahrten, das sei ein Einbruch von 50 Prozent.
Die sogenannten Fundamentalisten oder Hardliner im Iran sehen Verhandlungen mit den USA skeptisch und fordern eine Konfrontation. Anstelle eines Zusammenbruchs des Regimes hat die externe Aggression der USA und Israel zu einer extremen Konsolidierung der Extremisten geführt, warnten Analysten zuletzt einhellig. Speziell die Revolutionsgarden würden den Iran rasant von einer primär religiös legitimierten Theokratie zu einem sicherheits- und militärpolitischen Machtstaat umformen.
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